Schlagwortarchiv für: Neujahr

Heute feiern wir auch den Oktavtag von Weihnachten und somit das Hochfest Marien,
der Mutter Gottes

Der Engel des Aufbruchs

YouTube

Mit dem Laden des Videos akzeptieren Sie die Datenschutzerklärung von YouTube.
Mehr erfahren

Video laden

Es ist eine Ursehnsucht im Menschen, sich einmal gemütlich niederzulassen und sich für immer
einzurichten, einmal geborgen und daheim zu sein. Wo es dem Menschen gefällt, dort möchte
er seine Zelte aufschlagen und immer dortbleiben. Aber zugleich weiß er auch, dass er sich
hier in dieser Welt nicht für immer einrichten kann. Er muss sich ständig von neuem auf den
Weg machen. Er muss immer wieder aufbrechen. Er muss die Lager, die er aufgebaut und in
denen er sich wohnlich eingerichtet hat, abbrechen, um auf seinem Weg weiterzukommen.
Aufbruch setzt einen Abbruch voraus. Altes muss abgebrochen werden. Es kann nicht immer
so weitergehen. Ich kann nicht immer dortbleiben, wo ich gerade bin. Solange wir auf dem
Weg sind, müssen wir immer wieder unsere Zelte abbrechen, um in neues Land aufzubrechen.
Jeder Aufbruch macht zuerst einmal Angst. Denn Altes, Vertrautes muss abgebrochen werden.
Und während ich abbreche, weiß ich noch nicht, was auf mich zukommt. Das Unbekannte
erzeugt in mir ein Gefühl von Angst. Zugleich steckt im Aufbruch eine Verheißung, die
Verheißung von etwas Neuem, nie Dagewesenem, nie Gesehenem. Wer nicht immer wieder
aufbricht, dessen Leben erstarrt. Was sich nicht wandelt, wird alt und stickig. Neue
Lebensmöglichkeiten wollen in uns aufbrechen. Sie können es aber nur, wenn alte Muster
abgebrochen werden. Heute haben wir den Engel des Aufbruchs nötig, der uns Hoffnung
schenkt für unsere Zeit und uns den Aufbruch wagen lässt. Oftmals wirst Du zögern, weil Du
nicht weißt, wohin der Weg führen wird. Dann mag wohl der Engel des Aufbruchs Dir zur Seite
stehen und Dir Mut für Deinen eigenen Weg zusprechen. „Denn Engel wohnen nebenan, wohin
wir immer ziehen!“ schrieb einmal die Dichterin Emily Dickinson. (P. Anselm Grün OSB)

Und schon hat dieses neue Jahr angebrochen. Mit all diesen Möglichkeiten, diesen Träumen, diesen Wünschen. Da ist diese besondere Aufbruchsstimmung. Wir möchten neu beginnen, Neues wagen – leben. Und draußen? Draußen ist es kalt. Wir frieren, stapfen durch die Kälte, die uns nach dem Fest der Wärme und Liebe wieder einholt, alles auf Anfang stellt.

Dann ist da dieser Schnee und bedeckt alles um uns herum.

Das Fest, das wir mit Wärme und Liebe verbinden, mit Gemeinschaft, Gemütlichkeit, Zusammenkunft, Zusammenhalt, liegt nun hinter uns. Draußen spüren wir wieder die Kälte. Wir spüren die kalte Luft, ärgern uns wieder über eingefrorene Autos, manchmal sogar über den Schnee, den wir vor unseren Häusern wegschieben, mit Salz bekämpfen bis er sich zu einer grauen, matschigen Masse verwandelt. Dann sehen wir nur noch die Kälte, nicht mehr eine vielleicht manchmal romantisch verklärte Sicht der Vorbereitung auf das Weihnachtsfest, das uns alle wieder näher zusammenbringen soll, ein ganz persönliches Symbol der Hoffnung in kalten Tagen sein kann.

Die Kälte begleitet uns nun anders. Sie schränkt uns ein. Unsere Träume und Visionen kann sie dabei jedoch nicht bedecken wie der Schnee die Landschaft bedeckt.

Ich glaube, dass es jetzt darum geht, all diese neuen Gedanken zu ordnen, mit der Rettung umgehen zu können, dieser Erlösung, die uns zu Teil werden wird. Denn schließlich  glauben wir daran, dass dieser Gott uns liebt, uns unser Leben geschenkt hat, um uns am Ende persönlich zu retten. Er hat uns vor einigen Tagen den Erlöser geschickt.

Um diese starke Botschaft zu verstehen und tief in seinem Herzen zu verinnerlichen, braucht es Ruhe. Diese Zeit nach Weihnachten, den Neubeginn. Im neuen Jahr beginnen wir bestärkt den neuen Abschnitt des eigenen Lebens. Doch wann nehmen wir uns die Zeit all das zu verstehen? Wie nutzen wir diese wertvolle Zeit der Erkenntnis? Was ist unsere Zeit?

Im letzten Jahr habe ich damit angefangen, abends in der winterlichen Kälte spazieren zu gehen. Ich habe mir jeden Abend einen eigenen Winterspaziergang geschenkt. Meistens allein und für mich, manchmal aber auch mit Freunden. Ich habe unsere Wohngebiete erkundet, neu wahrgenommen, ganz anders. Auch wenn das jetzt alles sehr einfach klingen mag. Mit Musik in meinen Ohren bin ich einfach los gelaufen, habe mich treiben lassen, die verschiedenen Dekorationen um die Häuser aufgesogen, immer mehr den Geist dieser Zeit gespürt. Von Tag zu Tag mehr. Die Kälte hat mich nie abgehalten. Ganz im Gegenteil, sie gehörte dazu. Ich habe es geliebt dick eingepackt nach draußen zu gehen, um später wieder die Wärme meines zu Hauses zu spüren, die Wärme der Gemeinschaft. Außerdem konnten meine Gedanken wandern, sie waren ganz frei. Etwas Schöneres gab es in der manchmal tristen Zeit nicht. Ich habe es geliebt und liebe es noch heute. Winterspaziergang. Eine wunderbare Möglichkeit die Kälte zur inneren Wärme umzukehren. Erdrückendes in Befreiendes zu verwandeln. Die Botschaft des Weihnachtsfestes zu verinnerlichen, tief im Herzen zu spüren.

Denn vieles liegt noch vor uns. Die Erkenntnis Hoffnung – unser neues Leben. Wir werden es spüren. Wenn wir uns auf den Weg machen. Wir müssen uns nur auf den Weg machen…

„Wo ist der neugeborene König der Juden? Wir haben seinen Stern aufgehen sehen und sind gekommen, um ihm zu huldigen. (…)  So machten sie sich auf den Weg. Und siehe, der Stern, den sie hatten aufgehen sehen, zog vor ihnen her bis zu dem Ort, wo das Kind war; dort blieb er stehen.“

Matthäus 2

(Helena Minner, Jahrespraktikantin in der OASE)

YouTube

Mit dem Laden des Videos akzeptieren Sie die Datenschutzerklärung von YouTube.
Mehr erfahren

Video laden

Nun ist wieder ein Jahr ist vergangen. Ein Jahr, das so ganz anders war als jedes Jahr, das wir je zuvor erlebt haben. Ein neues Jahr hat begonnen. Ganz neu und jung steht es auf dem Kalenderblatt des Lebens. In der Kirche steht traditionell am 1. Januar Maria am Beginn eines jeden Jahres. Wir feiern das Hochfest der Gottesmutter und hören heute noch einmal einen Ausschnitt aus dem Weihnachtsevangelium nach Lukas. Ein wundervolles Zeichen des Neuanfangs. Es ist eine Gute Tradition am Ende des Jahres den Jahresabschlusssegen zu bekommen. Und auch das neue Jahr darf unter dem Segen Gottes stehen. Im Buch Numeri finden wir den großen Aaronitischen Segen, sozusagen die Urform des Segens an den Beginn. Theologisch könnte man sagen: Mit diesem Segen eröffnet Gott uns überhaupt erst die Möglichkeit des Segens – heute. Es ist der Segen, um den wir ganz besonders bitten: Segnen heißt auf Latein signare = bezeichnen bzw. benedicere = Gutes sagen. Gott spricht sein gutes Wort zu uns. Sprechen auch wir einander und uns selbst Gutes zu in diesem gerade beginnenden Jahr. Gottes Wort wird Fleisch, so durften wir es mehrfach in den vergangenen Tagen hören. Ja, wenn Gott uns Gutes zuspricht, dann meint er es ernst.

(Br. Benedikt Müller OSB)

Herr, unser Gott, am Beginn dieses neuen Jahres legen wir das alte Jahr zurück in deine Hände. Wir blicken auf Maria, die Ja gesagt hat, zu dem, was kommt. Wir blicken auf dich, der du Ja gesagt hast und täglich neu sagst zu uns Menschen, zu jedem und jeder von uns. Wir bitten Dich: Segne uns in diesem neuen Jahr, gib uns Kraft für das, was kommt, und schenke uns im kommenden Jahr so manchen Grund zur Freude und Dankbarkeit. Darum bitten wir dich durch Christus, unseren Bruder und Herrn, der Mensch geworden und immer unter uns ist, damit wir dich in Raum und Zeit erleben – heute und alle Tage unseres Lebens bis in Ewigkeit. Amen.