Das Herz steht für alle Menschen auf der Welt als ein Zeichen der Liebe. Das Herz-Jesu-Fest steht im christlichen Glauben für die Liebe von Gott und Jesus an die Menschen. Deshalb ist es wichtig immer wieder und besonders an diesem Fest über das Leben und die Liebe von Jesus nachzudenken. Denn er ist den Menschen liebevoll und mit Respekt begegnet. Er hat sich ihrer Probleme angenommen. Durch seine Liebe zu den Menschen ist auch unser Leben von Liebe durchdrungen. Und so Liebevoll wie er den Menschen begegnet ist, sollten wir unseren Mitmenschen begegnen. Liebe ist nichts abstraktes, sondern zeigt sich konkret im Umgang der Menschen miteinander. Auch der Mangel an Liebe wird im täglichen Umgang sichtbar. Auch diesen können wir dem Herzen Jesu anvertrauen. In Jesus zeigt uns Gott: Wir Menschen sind ihm nicht fremd, wir sind ihm wichtig, wir liegen Gott am Herzen.

Der Ursprung des Herz-Jesu-Festes liegt in der Bibel, im 19. Kapitel des Johannes-Evangeliums, dort heißt es: „Als sie aber zu Jesus kamen und sahen, dass er schon tot war, zerschlugen sie ihm die Beine nicht, sondern einer der Soldaten stieß mit der Lanze in seine Seite und sogleich floss Blut und Wasser heraus.“ (Joh 19,33-34).

Jesus Tod wurde somit mit einem Lanzenstich festgestellt, durch die geöffnete Seite floss dann Blut und Wasser. Blut und Wasser wurden dann später zu den Sakramenten wobei das Blut für die Eucharistie steht und das Wasser für die Taufe.

Das Herz-Jesu-Fest ist heutzutage schon fast ganz in Vergessenheit geraten, doch seine Höchstzeit hatte es im Mittelalter. Besonders die Heilige Mechthild von Magdeburg und Gertrud von Helfta geben dem Herz Jesu in ihren mystischen Betrachtungen besonders viel Raum. Besonders viel wurde das Herz-Jesu-Fest zu dieser Zeit in Klöstern.

Der Monat Juni ist in ganz besonderer Weise dem heiligsten Herzen Jesu geweiht. Jeder erste Freitag im Monat ist der sogenannte Herz-Jesu-Freitag und wird feierlich begangen. Zudem wird das Herz-Jesu-Fest immer am dritten Freitag nach Pfingsten gefeiert.

(Br. Benedikt Müller OSB)

Der Blick aus dem Fenster verheißt nichts Gutes: Der Himmel ist tiefgrau verhangen, es regnet in Strömen. Doch da geschieht etwas: Die Sonne durchstößt plötzlich die dichte Wolkendecke, es wird hell, ein Regenbogen entsteht, glitzert verzaubernd in den schönsten Farben. Welch ein fantastischer Anblick! So ist es oft im Leben: Du musst harte Zeiten durchleben, um ein Ziel zu erreichen und glücklich zu sein. Aber wenn es bewölkt ist, ist die Sonne nicht weg – sie ist bloß hinter den Wolken. Wenn dein Leben trist ist, ist deine Lebensenergie nicht weg – sie wartet nur darauf, von dir neu genutzt zu werden.  So wie dich der Regenschirm vor schlechtem Wetter schützt, kannst auch du dir einen inneren Schutzschild bauen, in der Gewissheit: Alles im Leben hat seine Zeit. Gott will, dass du fröhlich lebst und deshalb hat er viele Regenbogen-Momente geschaffen: Auf Regen folgt Sonnenschein, auf Trauer folgt Glück, auf den Tod folgt das ewige Leben. Dank dieser Gewissheit brauchst du im Leben niemals aufgeben, sondern kannst immer weitergehen – auch im Regen.

(Daniel Griese und Br. Benedikt Müller OSB)

WhatsApp, Mail, SMS, Voicemails, Instagram, Snapchat, LinkedIn, TikTok, Twitter… Noch nie gab es so viele Kommunikationsplattformen wie heute. Und noch nie war echte Kommunikation so schwer wie heute. Tägliche gehen Millionen von Botschaften um die Welt, aber noch nie zuvor sind so viele Beziehungen aufgrund von schlechter Kommunikation gescheitert. Vielleicht chatten wir viel und sagen wenig. Und dabei ist der Ton der Kommunikation rauher geworden. Hungersnot, (Natur-) Katastrophen, Kriege, Fluchtbewegung, Rassismus, Antisemitismus, Pandemie gerade die düsteren und oft bedrückenden Nachrichten, lassen uns spüren, dass wir alle in DER EINEN Welt leben. Wir gehören zusammen, sind einander aufgegeben. Als Menschheit sind wir ein Ganzes. Miteinander und füreinander! Um dieses Miteinander zu erfahren, braucht es einen Schlüssel. Vielleicht kann dieser Schlüssel eine Zeile aus dem ESC-Lied von Katarina & Waves sein: „Love shine a light every corner of my heart! …. All shine a light to light the way, brothers and sisters!“ – „Be brother – be sister!“ In jedem Nächsten entdeckt die Liebe die Schwester und den Bruder, vereint durch die umsorgende Liebe Gottes. Geschwisterliche Nächstenliebe. Dafür steht die Farbe Violett.  Die Liebe denkt immer vom WIR her. Sie fühlt sich gedrängt sich mitzuteilen und zu teilen. Alles Geschenkte, Entdeckte und Erfahrene will eitergegeben werden. Erzählen wir und teilen wir, was uns innerlich bewegt. Bringen wir auch gute Neuigkeiten, die wir gehört haben, voran. Oft braucht es dazu nur ein kurzes Innehalten und es macht wenig Mühe. Das geht auch gut über Social Media. Ein kurzer Post und deine Freunde wissen, was abgeht. Ein netter Spruch und ein Lächeln zaubert sich auf deine Lippen. Teilen wir also alles, denn Liebe ist Kommunikation. (Team der OASE)

Manchmal scheint das Leben mit Möglichkeiten um sich zu werfen, aber wir stehen ratlos vor dem Wegweiser, der all diese Wege vorschlägt. Einige Erfahrungen wurden schon gesammelt. Sicherlich auch Erfahrungen des Scheiterns. Doch es gibt Momente, da scheint guter Rat teuer. Das Leben lädt uns ein, weniger „von außen“, als vielmehr „von innen“ her zu verstehen. Nicht Perfektion für Andere, sondern meinen Weg, den Gott mir unter die Füße legt, zu gehen, ist wichtig. Innerlich werden. In-Sich-Hören. Oder wie der heilige Benedikt schreibt: „Schweige und höre! Neige deines Herzens Ohr und suche den Frieden!“ Die Farbe Indigo steht bildlich für diesen innerlichen Prozess des Hörens. Wenn ich mich selbst liebe, dann höre ich in mein Herz. Das Herz ist der Ort der Liebe. Um meinen Weg zu erkennen und zu gehen, brauche ich die Tugend der Weisheit. Sie ist die Liebe, die sich von innen her versteht. Wenn wir etwas in Liebe anschauen und versuchen zu verstehen, entdecken wir das Wertvolle. Die Liebe, hervorgewachsen aus der Weisheit, ist der Wegweiser, um der göttlichen Spur in mir zu folgen. Machen wir die Erfahrung, das Licht Gottes zu finden, haben wir den Schlüssel zur Weisheit. ER schenkt uns Licht und Klarheit, wenn wir ihm Raum innerlich – in uns – geben. Liebe ist Quelle und Weisheit.

(Team der OASE)

Die Tür knarrt, drinnen im Zimmer brennt Licht. Du hörst vertraute Stimmen, es riecht vertraut. Du trittst ein. Frohe Stimmen empfangen dich, strecken dir ihre Hände entgegen. Wie schön ist es, zu Hause zu sein! Jeder Mensch braucht sein Zuhause. Jeder Mensch braucht einen Ort, wo er hingehört, um im Fluss des Lebens Beständigkeit zu erfahren. Ein Ort, der das Gefühl von Geborgenheit und Ruhe vermittelt. Für diese innere Harmonie des Lebens steht das Blau. Was braucht es, um gut zu leben? Nun: Liebende Menschen, Hingabe, Wärme, behütet sein und sich sorgen, eine gewisse Ordnung, Schutz, Freude an der Schönheit und Wohlsein. Einfach zu leben und die kleinen Augenblicke eines jeden Tages mit Bedeutsamkeit zu leben. „Leben wir in der Stille unseres Hauses mit lauterem Herzen!“ (vgl. Ps 101,2) Dieses einfache Leben wird seit Jahrhunderten von den Nonnen und Mönchen in den Kloster.Welten gelebt. Vielleicht spielt das HABITARE dies wider, denn HABITARE bedeutet „wohnen“ – „in sich wohnen“. Das Ordensgewand, der Habit, greift dies wörtlich-bildlich auf. Der Habit ist die Wohnung, der Mönch wohnt in Gott und in sich bzw. Gott nimmt Wohnung in ihm. Der Ort der Wohnung ist das Herz. Ursprünglich waren die Ordensgewänder der Benediktiner grau oder eben BLAU. HABITARE, in mir wohnen, und so können wir in unserem INNEREN-Zuhause die Liebe finden.

(Team der OASE)

Wer liebt, will die Nähe der /des Geliebten. In Liebe wollen wir einfach da sein, mit den / der Geliebten sein, von ihnen lernen, sie entdecken, uns aufgehoben wissen, uns immer tiefer verwurzeln. So wie Liebende immer im Herzen der Geliebten präsent sind, drängt das von Gott Entflammte, immer in das Herz Gottes eingetaucht zu sein. Dafür steht die Farbe Gelb. Im Inneren wie im Äußeren leben wir in einer Beziehung zu der Liebe. Das innere und das äußere Leben stehen nicht nebeneinander, sondern sind tief verbunden. Je tiefer die Liebe in uns wirken darf, desto tiefer begegne ich den Nächsten. Die Nächsten sind der Weg zu Gott. Sie können als eine offene Tür, als Weg zur Liebe, wirken. Auch im Gebet lässt sich diese Nähe spüren, als ein In-Gott-Eintauchen, als Weg zu unseren Nächsten. So leben wir in Gott, der die Liebe ist.

(Team der OASE)

Feuer existiert nur, wenn es brennt. Es verzehrt und wandelt alles in sich. Genauso ist es mit der Liebe. Sie existiert nur, wenn sie sich schenkt, denn Liebe brennt nicht allein. Echte Liebe brennt – wie Feuer. Sie brennt, ohne zu verbrennen – diese Erfahrung hat Moses am brennenden Dornbusch gemacht. Feuer braucht Brennstoff, wenn es um sich greifen soll. Eine Liebe, die nicht ansteckt, erlischt. Wer liebt, wird nicht versuchen, Menschen im Umfeld von etwas zu überzeugen oder sie gar zu verändern. Er wird vielmehr versuchen, von der Liebe entflammt zu bleiben und sie zu leben. So breitet sich die Liebe immer weiter aus. Liebe ist Anziehung, ist Attraktion. Liebe ist Feuer – für das Feuer steht heute die Farben Organe. Lieben heißt brennen. Gottes Liebe will in uns brennen und er will mit seinem Liebes.Feuerschein erwärmen. Wenn die Liebe wie ein Feuer ist, dann bedarf es auch der Aufmerksamkeit. Damit das Liebesfeuer brennen kann, muss ab und zu etwas nachlegt werden. Vielleicht vom Holz der Rücksicht, Nachsicht und Vorsicht. Oder die Kohle der Barmherzigkeit und Achtsamkeit. Sicher tut auch ein Windhauch, Toleranz und Offenheit dem Liebesfeuer gut.

(Team der OASE)

Gott ist die Liebe und wer in der Liebe bleibt, bleibt in Gott und Gott in ihm. Mit der Liebe schenkt sich ein Mensch dem anderen. Gott verschenkt sich in der Kraft des Heiligen Geistes und in seinem Sohn Jesus in Liebe an uns Menschen. Gott ist liebende Gemeinschaft. Er ist „Wir drei sind eins“. Ein Herz und eine Seele haben, d.h. Liebe deinen Nächsten wie Dich selbst! Wenn Menschen „ein Herz und eine Seele“ haben, dann beginnt in ihnen alles zu kreisen. In ihrer Mitte schlägt das Herz Gottes. Der Herzschlag der Liebe wird spürbar. Dafür – für die Liebe – steht die Farbe Rot. Dabei ist ein Schlüssel.Wort zur Herz.Tür das „Schenken“. Es gibt viele Dinge, die wir schenken können: Ein Lächeln, Verständnis, Vergebung, Zuhören, unsere Intelligenz, unseren Willen, unsere Verfügbarkeit, unsere Zeit, unsere Talente, unsere Ideen, unsere Mitarbeit, unsere Erfahrungen, unsere Fähigkeiten, unseren Besitz und noch vieles mehr. Es ist wie bei den Pflanzen. Sie nehmen aus der Erde nur so viel Wasser, Salze und andere Dinge auf, wie sie wirklich brauchen. Schenken wir selber alles Überflüssige weg und stellen es den anderen zur Verfügung, dann leben wir das „WIR“, denn Liebe ist Gemeinschaft. Gar nicht so einfach. Jesus hat es uns vorgelebt. Gott schenkt uns dazu ein Übungsbuch. Aus diesem Buch dürfen wir ein Leben lang lernen: Die Bibel. Liebe ist eine Lernaufgabe für das ganze Leben. Möge die Liebe immer mehr der rote Faden unseres Lebens werden.

(Team der OASE)

 

Gott ist die Liebe und die Liebe ist wie strahlendes, weißes Licht. Gott hat die Erde erschaffen – sie war dunkel und wüst. Dann schuf er das Licht – Glanz seiner Liebe. Ein Lichtstrahl durchbricht das Ur-Chaos der Schöpfung und macht sie hell. Ein Lichtstrahl, auf einen Wassertropfen fallend, bricht sich in den Farben des Regenbogens. Bricht sich zu den sieben Farben des Lichts. Sie werden zu einem Sinnbild für je einen Aspekt des gemeinsamen und persönlichen Lebens. Für ein „Leben in Fülle“. Gottes Liebe sagt mir: Ich bin geliebt – unendlich! Daraus entbrennt eine tiefe Sehnsucht im Herzen auf ein erfülltes Leben. In jedem Augenblick des Tages, in dem Miteinander und bei der Arbeit, im Zusammensein mit den vielen, in der Beziehung zu Gott, in Bezug auf Freizeit und Gesundheit, in der Art, sich zu kleiden und zu wohnen, in der Ausbildung und beim Studium und bei dem drängenden Gefühl, eigene Entdeckungen zu teilen, wird Gott lebendig. Wird die Liebe lebendig. So nimmt das Abenteuer „Leben“ seinen Lauf. Wie erstmals die Könige aus dem Abendland oder Petrus mit seinen Gefährten im Boot brechen Menschen auf, um ein Leben in der Liebe Gottes zu beginnen. Liebe will sich offenbaren, will entdecken.

(Team der OASE)

„Am Anfang schuf Gott Himmel und Erde, die Erde aber war wüst und leer, Finsternis lag über der Tiefe und Gottes Geist schwebte über dem Wasser“ Schwärze – Dunkelheit – Nichts. Doch dann kommt ein Licht, das alles erhellt. Die Dinge nehmen Form an und bekommen eine Struktur. Aus der Dunkelheit entsteht etwas Greifbares, Buntes, Festes. Schwarz ist ein fester Bestandteil der Schöpfung / Kreation. Die Farbe Schwarz steht für das Ungewisse, Unheimliche. Die rabenschwarze Nacht, in der nur die fernen Sterne funkeln mögen, jagt Angst und Unbehagen ein. Aber wir wissen auch: Auf jede dunkle Stunde folgt ein neuer Tag. Im Licht wird alles hell. Es vertreibt die Dunkelheit und wärmt uns auf. Somit beginnt Vieles aus dem Nichts zu wachsen. Manchmal fällt man in ein tiefes, dunkles Loch. Die Tiefe scheint kein Ende zu finden, ein Strudel aus Schwärze reißt einen mit. Die Kontrolle scheint uns zu entgleisen, Farblosigkeit greift nach uns und wir wissen nicht mehr, wie es weitergehen kann. Doch wie jeder tiefe Brunnen, hat auch jedes dunkle Loch einen Grund. Wir fallen hilflos, bis wir wieder den Boden der Tatsachen unter unseren Füßen spüren. Oder wir werden von einer starken Hand aufgefangen und gehalten. Sie kann uns wieder ins Licht, nach oben, in die Welt, führen. Manchmal auch tragen, wenn wir keine Kraft mehr haben.

„In deine Hände, Gott, lege ich meinen Geist.“

(Lucia Geringswald)