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Der Garten meiner Seele – das ist der Garten meiner Kindertage. Noch heute ein prächtiger Garten, auch wenn er gesegnet, wie seine Besitzerin, in die Jahre gekommen ist. Für mich als Kind war unser Garten ein Paradies zum Staunen lernen. Es gab so viel Kunterbuntes zu sehen und ein köstliches Durcheinander zu schmecken oder wundervolles Meer der Düfte zu riechen. Gemüse, Obst, Bäume, Hecken, Gras, Regentonne, Steine, Erde, Sand und Blumen… Ich sehe alles noch vor meinem inneren Auge und habe den Garten meiner Kinderage in meine Seele gepflanzt. Eine Besonderheit sind noch immer Mutters Blumen. Oh, diese vielen himmlisch riechenden Blumen. Blumen offenbaren Gott in seiner Schönheit und Güte und zeigen, wie wir leben sollen. Jesus selbst war von der Schönheit der Blumen fasziniert: „Seht euch die Lilien an. Ich sage euch selbst Salomo war in all seiner Pracht nicht gekleidet, wie eine von ihnen“ (Lk 21,27). „Ich bat den Mandelbaum“ – sagt eine chinesische Sage – „erzähle mir von Gott! Da fing er an zu blühen.“ Und sind wir – alle Menschen – nicht wie ein wunderschöner Blumengarten? Ein Garten, in dem verschiedene Blumen blühen. Jeder von uns eine kostbare Blume in Gottes Garten der Schöpfung. Jeder beschenkt mit Grünkraft. Wunderschön mit seiner Farbe, seinem Aussehen und seinem Duft. Jeder ist willkommen und erwünscht. Jeder von uns eine prachtvolle Blume. Die Pracht der Blumen erinnert an das Paradies, wo die Menschen in Harmonie mit Gott und der Natur lebten. Dieser „Garten Gottes“ drückt die Zuwendung, Fürsorge und Wertschätzung des Schöpfers für die Menschen aus.

(Br. Benedikt Müller OSB)

Der Rucksack. Das Streben nach Freiheit ist einer der ursprünglichsten Instinkte der Menschen. Wir alle wollen frei sein, reisen, die Welt erkunden. In die Sonne fahren, um dem Alltagsstress zu entkommen. Aber sind wir dann wirklich frei oder wirkt es nur nach außen so? Oft braucht es andere Menschen, die uns zurufen: „Warum gehst du so gebückt? Dich belastet doch etwas! Woran trägst du so schwer?“ Erst dann merken wir, dass wir auf dem Rücken einen schweren Rucksack haben mit all dem, was uns bedrückt, all den schweren Dingen, all dem Vergangenen. Und dass uns diese Last daran hindert, aufrecht zu gehen und richtig zu leben. Gott ruft uns zu: „Jede Zeit ist deine Zeit!“ Also lasst uns den ganzen Ballast abwerfen, alles Unnötige; am besten jeden Tag, denn es schläft sich nicht gut mit einem Stein auf dem Herzen. Wenn wir das tun, sind wir wirklich frei und können entspannt die Welt befahren, denn es reist sich besser mit leichtem Gepäck.  (Daniel Griese und Br. Benedikt Müller OSB)

In der Frühlings- und Sommerzeit ist es ein besonders Erlebnis, wenn die Morgensonne mit ihrem warm gelben Licht vom Osten in die Abteikriche scheint. Wunderschön. In meinem Leben konnte immer und immer wieder wunderschöne Sonnenaufgänge beobachten. In Mengeringhausen, wenn das Morgenlicht den Garten meiner Kindheit verzauberte. In Südtirol, wenn die Morgensonne den Bergen einen goldigen Anhauch schenkt. Oder in den Weinbergen in Eibingen, wenn das Morgenlicht auf dem Rhein spiegelt. Am Froschteich im Kloster Helfta, wenn das junge Licht auf dem Wasser glitzert und der Waldkauz ruft.  Es ist schon faszinierend: Die Sonne nimmt ihren Lauf, ganz egal wie es momentan auf der Welt zugeht. Die Sonne geht auf und sie geht auch jeden Abend wieder unter.  Wir können gewiss sein, dass der Sonnenaufgang nicht allzu lange auf sich warten lässt, auch wenn wir manchmal wegen grauer Wolken oder Nebel am Morgenhimmel nicht gleich erkennen. Sonne am Morgen. Hell und schön. Was für ein hoffnungsvoller Anblick gerade in diesen „ver-rückten“ Zeiten. In der Osterzeit feiern wir eines besonders: Jesus, dass Licht der Welt, das die Dunkelheit durchbricht. Wir müssen uns nicht fürchten. Die Angst, die gerade in diesen Tagen aufkommt, kann vielleicht ab und an in den Hintergrund rücken. Wir dürfen sein Licht in unser Herz scheinen lassen. Das Licht der Sonne des Lebens, der Liebe, der Gerechtigkeit und Barmherzigkeit. Seine lichtvolle Zusage „Fürchtet euch nicht!“, ist so gegenwärtig wie das Licht der Sonne. Denn wir wurden erlöst – davon zeugt die Morgensonne des Ostertages. Wir sind geliebte Töchter und Söhne. Wir dürfen das Leben feiern. So stärke uns Gottes Segen und er lasse uns die Worte „Fürchte dich nicht!“ wie einen Sonnenstrahl in unsere Herzen fallen. Feiern wir das Leben!

(Br. Benedikt Müller OSB)

Die Muschel und die Perle. Beide gehören zusammen. Und man muss zum Perlentaucher werden. Abtauchen. Eintauchen. Wegtauchen. Einen Tauchgang einlegen. Die Muschel ruht eigentlich auf dem Meeresgrund. In ihr wächst verborgen die Perle heran. Wer sie sucht, muss in die Tiefe gehen. Muss einen Weg gehen – den Weg des Perlentauchers. In die Tiefe gehe. Den Sprung in das Meer des Lebens wagen. Die Perle. Diesen kostbaren Schatz zu bekommen, verlangt also Einsatz. Jesus sagt: Mit Gott und seinem Reich ist es wie mit einem, der wertvolle Perlen suchte. Als er eine solche fand, verkaufte er alles, was er besaß, um in ihren Besitz zu gelangen. Ob auch uns Gott so viel wert ist? Der Weg zu diesem kostbaren Schatz lohnt sich. Das Ziel ist die Freude am gefundenen Schatz. Die Muschel ist dem Worte gleich, darin die Perle dem Himmelreich. »Gott ist die Liebe, und wer in der Liebe bleibt, der bleibt in Gott, und Gott bleibt in ihm. Wenn wir lieben, sind wir aus dem Tod hinübergegangen in das Leben.« so heißt es im Brief des Johannes. Muschel und Perl sind keine Momentaufnahme, sondern eher ein Hauch von Ewigkeit, wo die Sonne der Liebe nie mehr untergeht. Zeichen für Gottes kostbare Liebe.

(Daniel Griese und Br. Benedikt Müller OSB)

Schreibt jemand von Euch Tagebuch? Für manche Menschen ein ganz wichtiger Augenblick in ihrem Tagesablauf. Ich schreibe seit 1993 in unregelmäßigen Abstand in mein Tagesbuch. Nicht jeden Tag, aber fast jeden Tag! Vielleicht findet in 150 Jahren jemand die Tagebücher des Br. Benedikt aus Königsmünster. Wird dann noch darin gelesen? Interessiert es noch jemand, dass es einmal einen Mönch Namens Benedikt in Königsmünster gab? Vielleicht interessieret es keinem mehr. Erinnerungsstücke, werden irgendwann weggeben oder verblasen oder zerfallen, gehen kaputt. Frei nach dem Motto: Vergessen. Überholt. Weg damit. In den Müll. Oder etwa nicht? Nicht immer! Manche Dinge werden nicht vergessen, sondern weitergeschenkt von Generation zu Generation. Gott vergisst uns nicht. Beim Propheten Jesaja können wir lesen: „Ich vergesse dich nicht. Sieh her: Ich habe dich eingezeichnet in meine Hand.“ (Jes. 49.15) Das ist eine österliche Zusage. Gott hat uns nicht vergessen. In seinem Buch stehen wir für immer und er schreibt unsere Lebensgeschichte – eine österliche Geschichte. Denn: Christus hat uns erlöst und uns eine himmlische Wohnung bereitet. Eine Wohnung, in der ich einmal immer sein darf. Die Tür dieser Wohnung steht für uns immer offenen. Ostern heißt wohnen! Wohnen in Gott und mich in seiner barmherzigen Liebe geborgen zu fühlen. Bei Gott bin ich nicht vergessen.

(Br. Benedikt Müller OSB)

Feier.Abend. Sommerabend. Eine Rose blüht im Abendlicht. Glas Wein im golden Abendlicht. Abendmelodie der Grillen. Es bellt ein Hund in der Ferne. Fledermäuse lautlos auf der Jagd. Der Mond, er leuchtet fahl. Im Spielglanz seines Licht blüht in Einsamkeit eine Rose in der Sommernacht. Sterne leuchten, einer nach dem anderen zeigt sich. Stille. Zufrieden. Runterfahren. Tagwerk vollbracht. Gespräche im Rückblick. Erinnerungen. Gedanken blühen in meinem Herzens-Sommerabend! Die Rose ist ein Symbol für alles, was uns in unserem Leben geschenkt wurde. Im Leben gibt es vieles, was nicht selbstverständlich war. Manche haben jemanden kennen gelernt und sind aus ihrer Einsamkeit herausgekommen. Jemand hat uns eine Freude gemacht, obwohl kein Geburtstag war. Ein Mensch kam auf uns zu und hat uns die Hand zur Versöhnung gereicht. In einer trostlosen Situation gab es tröstende Worte oder Gesten. Wo solch Unerwartetes geschieht, fängt der Alltag an zu blühen. Die Rose steht für ein erfülltes Leben voller schöner Erinnerungen, die Gott unserem Herzen schenkt.

(Daniel Griese und Br. Benedikt Müller OSB)

Dein Leben ist wie ein Buch. Jeder Tag ist eine neue Seite. Jedes Jahr ein neues Kapitel. Was in dieses Buch geschrieben wird, entscheidest einzig und allein du, du schreibst die Seiten, mit jedem Schritt, mit jeder Tat und mit jeder Entscheidung die du triffst. Alle Wege die du gehst, werden hier niedergeschrieben. Dein Lebensbuch wird prall gefüllt sein und einige Erzählungen werden noch über Generationen weitergetragen. Dein Buch, in dem genau die passenden Worte für dein Leben stehen. Worte, die dir Mut machen und dir Kraft schenken. Gibt es solch ein Buch für dich ganz persönlich? Was steht in deinem Buch? Eine Zusage wie: „Ich bin mit dir, ich behüte dich, wohin du auch gehst“. Oder: „Herr, du mein Fels, meine Burg, mein Retter“. „Du bist mein geliebter Sohn, meine geliebte Tochter“! Welche Worte stehen in deinem Buch? (Jan Withöft)

Auf dem Bahnsteig des Lebens. Der Bahnhof: Groß, grau und kalt. Züge und Gleise. Auf dem Bahnsteig des Lebens. Ein Kommen und Gehen. Fahren die Züge wieder ein. Mit dem Koffer in der Hand. Wird der Abschied für immer sein? Abschied macht das Herz schwer. Und vielleicht erinnern wir uns an solch typische Abschiedsszenen auf dem Bahnhof, die so ganz wie in aus einem alten Kinofilm wirken: Der Zug steht zur Abfahrt bereit, die Fenster sind heruntergelassen, die Abreisenden halten die Hände aus dem Fenster, um sich zu verabschieden und sich noch schnell ein paar liebe Worte zu sagen. Dann ein Pfiff, der Zug rollt an und reißt Menschen auseinander. Weiße Taschentücher winken zum Abschied. Tränen im Gesicht, auf beiden Seiten! Wer im Zug sitzt, hat ein Ziel vor sich, auf das er zufährt. Der andere bleibt traurig zurück und spürt Verlassenheit und Leere. In unserer Zeit empfinden viele Menschen, vielleicht auch wir, dieses Abschiedsgefühl in existentielleren Lebenssituationen. Wir sind auf dem Bahnhof der Welt zurückgelassen. Vielleicht ist Gott in unserem Leben abgereist. Wir empfinden in uns Leere. Der Glaube verliert an Kraft. Und doch führen uns einst die Gleise des Lebens in Gottes Bahnhof der Liebe und Barmherzigkeit. Und ER nimmt reicht uns einst liebevoll seine Hand, damit wir über die Schwellen in das Licht der Liebe treten. Das ist die Verheißung und Hoffnung von Ostern. Ostern heißt die Lebensfahrt fahren. Und der Weg ist das Ziel. Gott.

(Br. Benedikt Müller OSB)

Oftmals fällt es mir schwer dem grauen, tristen Alltag zu entfliehen. Festgefahren in einer Dauerschleife. Immer und immer wieder der gleiche Ablauf, Tag für Tag. Meine Gedanken hängen sich in der Vergangenheit auf. Doch die Stimme Gottes sagt mir – Ich bin geliebter Sohn, geliebte Tochter! Tief in meinem inneren besitze ich eine von Gott geschenkte Quelle. Eine Quelle der Kraft. Sowie Gott Ursprung allen Lebens ist, ist meine Quelle Ursprung meiner Ideen und Kreativität. Dadurch habe ich die Chance bekommen meinen Alltag bunt, kreativ und individuell zu gestalten. In meiner Quelle sprudeln auch meine Talente. Stoppe ich meine Quelle, bleibe ich einer von vielen. Lasse ich jedoch meine Quelle ausbrechen, lasse ich meinen Lebensfluss entstehen und werde einzigartig. Also lasse ich meine Quelle entspringen und das Wasser des Lebens wird hervorsprudeln um die Dauerschleife zu durchbrechen.

(Felix Winkler)

Das Buch des Lebens ist lang. Du kennst noch nicht alle Seiten deines Lebens, denn viele kommen noch dazu. Bei einem so beschriebenen Buch, wie deinem, ist es wichtig, schöne Momente aufzuheben. Markiere deine schönen Momente mit einem Textmarker. Denn dann hast du sie schnell wieder im Kopf und musst nicht lange suchen. Gott begleitet dich auch in nichtmarkierten oder fasst schon verblichenen Zeilen deines Lebens.  Gott ist für dich da, auch wenn der Stift in deiner Hand zittert. Wo immer du hingehst, geht er mit dir, egal welche Worte du in deinem Lesebuch markierst, er hilft dir dabei. Denn ER hat dir versprochen: „Ich kenne all deine Wege. Ich habe dich nach meinem Bild geschaffen. Du bist mein Kind.  Du warst kein Unfall. Ich habe jeden einzelnen Tag deines Lebens in mein Buch geschrieben.  Ich habe den Zeitpunkt und Ort deiner Geburt bestimmt und mir überlegt, wo du leben wirst.  Ich habe Pläne für dich, die voller Zukunft und Hoffnung sind. Meine guten Gedanken über Dich sind so zahlreich, wie der Sand am Meeresstrand. Ich freue mich so sehr über dich, dass ich nur jubeln kann. Denn ich liebe Dich.“

(Kjell-Bo Kelsner)