Christen glauben, dass Jesus nach seinem Tod noch einmal auf die Erde zurückgekehrt und dann erst von Gott in den Himmel aufgenommen worden ist. Dieses Ereignis feiern Christen am Himmelfahrtstag. Mit „Himmel“ ist natürlich nicht der Himmel gemeint, in dem Wolken ziehen und in dem Vögel und Flugzeuge fliegen. Auch nicht ein Ort irgendwo im Weltall. Mit „Himmel“ meinen viele Menschen auch den Ort, an dem Gott ist. Das kann überall sein, sogar gleichzeitig und sogar so nahe, dass die Gläubigen Gott spüren können, auch wenn sie ihn nicht sehen. Den Himmelfahrtstag feiern in Deutschland viele Männer auch als Vatertag. Schon seit dem Mittelalter sind am Himmelfahrtstag viele Männergruppen zu Fuß unterwegs. Doch der Anlass hat sich geändert. Einst umwanderten die Männer 40 Tage nach Ostern auf „Flurumgängen“ ihre Felder. Bei diesen Prozessionen baten sie Gott um seinen Segen für eine gute Ernte. Die Idee zu einem „Vatertag“ anderer Art hatte 1910 die Amerikanerin Sonora Louisa Dodd. Sie wollte ihren Vater mit einem „freien Tag“ ehren, der sich nach dem Tod seiner Frau alleine um seine sechs Kinder gekümmert hatte. Die Idee verbreitete sich um die ganze Welt. Seit 1936 ziehen auch in Deutschland am Himmelfahrtstag Männergruppen zwischen Feldern und Häusern umher. Oft haben sie einen Bollerwagen mit Alkohol im Schlepptau und alle gemeinsam vor allem Spaß. Mit dem christlichen Feiertag hat das aber nichts mehr zu tun.

Quelle: religionen entdecken

Heute fand der ONLINE-Start für uns Projekt „Auf Sendung!“ mit einem Religionskurs der EF des Anne-Frank-Gymnasium Werne statt.  „Auf Sendung!“ ist ein Angebot, in dessen Rahmen, Jugendliche und junge Erwachsene Menschen mit geistlichen und kirchlichen Berufen begegnen können. Ordensleute, Priester und Gemeindereferentinnen und Gemeindereferenten sind auf Sendung und damit bereit, Schülerinnen und Schülern, als Glaubenszeugen zu begegnen.  Wir bieten – jetzt in Zeiten der Pandemie – Ihren Klassen im Blick auf die Fächer Religion, Ethik, Philosophie oder Geschichte einen 90-minütigen Kurs mit dem Thema KLOSTER-WELTEN an. Dieser Kurs bietet einen Einblick in das „Klosterleben“ der Benediktiner. Wir stellen den klösterlichen Tages- und Arbeitsablauf vor. Die Schüler*innen können Br. Benedikt als Mönch interviewen.  Es kann eine virtuelle Klosterführung geben und vieles mehr. Das Angebot würde 30 € pro Klasse kosten. Termine sind nach Absprach immer möglich. Unser neues Projekt bringt etwas Abwechslung in Ihren Unterricht während des Pandemie-Alltags!

Wieso vieles andere hat auch Corona das Kloster-Wochenende, dass die katholischen Religionskurse  der EP sonst regelmäßig absolviert haben, mit Beginn der Pandemie unmöglich gemacht. Normalerweise fand diese Exkursion auf freiwilliger Basis im Februar eines Jahres statt. Die Schüler und Schülerinnen haben sich, um das Klosterleben aus erster Hand kennenzulernen, dazu in die Benediktinerabtei Königsmünster in Meschede begeben, wo sie mit den Mönchen am Stundengebet teilgenommen und mit Bruder Benedikt Müller ein Seminar absolviert haben. Dabei haben sie auch das Programm der Oberstufenakademie kennengelernt, an dem in der Vergangenheit schon viel viele Schüler Oberstufenschüler und -schülerinnen des AFG teilgenommen haben. Als Ausgleich für die Fahrt, die im Februar ausgefallen ist, besuchte Bruder Benedikt am 11. und 12. Mai nun die beiden kathol. Religionskurse der Jahrgangsstufe EF unter Leitung von Frau Berendes per Zoom. Dabei stellte er nicht nur seine eigene Biografie, sondern auch das Leben der Mönche und ihren Alltag in der Abtei ausführlich dar. Dazu hatte er als Einstieg einen kurzen Film über seinen jungen Mitbruder Vincent vorbereitet, an dessen Beispiel das Leben eines jungen Mönchs im Kloster und seine Motivation, in selbiges einzutreten, eindrucksvoll deutlich wurde. Darüberhinaus zeigte Bruder Benedikt an einer Vielzahl von Fotos auf, wie facettenreich das Leben eines Mönchs heutzutage ist. Anschließend hatten die Schüler und Schülerinnen Gelegenheit, Fragen zu stellen, die von Bruder Benedikt freimütig beantwortet worden.

Zum Schluss der 90minütigen Veranstaltung stellte er noch das Projekt der Oberstufenakademie vor und gab seiner Hoffnung Ausdruck, dass diese speziell für Oberstufenschüler gedachten Seminare, die der Persönlichkeitsentwicklung dienen, ab August wieder in Präsenz stattfinden können.

Gerne besuchen wir auch Ihre Schule – Ihre Anfrage sende Sie an:  ">

Text: Birgit Berendes AFG Werne / Br. Benedikt Müller OSB

Katharina ist eine aufregende und rätselhafte Heiligengestalt (was im Grunde von allen Heiligen zu sagen wäre). Sie wurde 1347 als das 23. Kind eines Wollfärbers in Siena geboren. Mit sieben Jahren hatte sie ihre erste mystische Christusbegegnung. Da ihr von den Angehörigen die ersehnte Stille und Einsamkeit zunächst verweigert wurde, lernt sie, in das Heiligtum ihres eigenen Inneren zu fliehen, wo niemand sie stören konnte. 1365 trat sie dem Dritten Orden der Dominikaner bei. Sie lebte in harter Buße, diente den Armen und Kranken, arbeitete in einer zerstrittenen Welt für den Frieden und wurde allmählich zur einflussreichen Beraterin von weltlichen und kirchlichen Großen, zu einer Macht, mit der man rechnen musste. Sie betrieb vor allem die Rückkehr des Papstes aus Avignon (1377) und die innere Reform der Kirche. Ihre Briefe und ihr „Buch von der göttlichen Vorsehung“ (Der Dialog) haben großen Einfluss ausgeübt und gehören zur klassischen italienischen Literatur. Katharina starb am 29. April 1380 und wurde 1461 heilig gesprochen. Papst Paul VI. erhob sie zur Kirchenlehrerin.

(Quelle: Schott Messbuch)

Der Weiße Sonntag (lateinisch Dominica in albis ‚Sonntag in weißen Gewändern), seit 2000 auch als Fest der Barmherzigkeit Gottes begangen, ist der Sonntag nach Ostern und somit der zweite Sonntag der Osterzeit. Mit dem Weißen Sonntag endet die Osteroktav, jene acht Tage vom Ostersonntag an, die nach der katholischen Liturgie alle als Hochfest und mit Gloria in der Messe begangen werden.

Der Ursprung der Bezeichnung Weißer Sonntag ist nicht gewiss. Wahrscheinlich hängt er mit den weißen Taufgewändern zusammen, die in der frühen Kirche von den in der Osternacht Getauften bei den Gottesdiensten in den Tagen nach Ostern getragen wurden. Sie legten diese Gewänder am letzten Tag der Osteroktav ab, der daher Dies Dominica post alba „Sonntag nach den weißen Gewändern“ genannt wurde; zeitweise erfolgte das Ablegen bereits am Samstag nach Ostern (Sabbatum in albis). In der evangelischen Liturgie wird der Sonntag nach den ersten Worten des Introitus „Quasi modo geniti infantes“ – „Wie neugeborene Kinder“ als Quasimodogeniti (Wie die Neugeborenen) bezeichnet; der Introitus nimmt das Motiv der Wiedergeburt des Christen durch die Taufe auf.

Ich habe dich an deiner Hand gefasst und dich behütet

Sei ohne Angst, denn ich bin mit dir,

Ich habe dich erwählt, ich bin immer bei dir

Weil du in meinen Augen teuer und wertvoll bist

Ich habe dich im Schoss deiner Mutter wunderschön gebildet

Und ich liebe dich mit meiner ewiger Liebe

Ich hüte dich, wie den Stern meines Auges

Ich berge dich im Schatten meiner Flügel

Du bist kein Fehler, du bist mein kostbarer Einfall

Fürchte dich nicht, ich bin immer da für dich

Ich trage dich nahe an meinem herzen

Wohin du gehst, dahin gehe auch ich,

Und wo du bleibst, da bleibe auch ich

Ich will dich segnen und du sollst ein Segen sein.

Das deutsche Wort „Segen“ ist abgeleitet vom lateinischen „signare“. Das heißt übersetzt: „etwas bezeichnen (mit)“ und meint im christlichen Sinne zumeist einen Segen in Verbindung mit dem Kreuzzeichen. So segnen beispielsweise Eltern ihre Kinder, indem sie ihnen mit der Hand ein Kreuz auf die Stirn zeichnen. Der Segen meint inhaltlich den Wunsch und die Bitte, dass Gott segnen möge. Dieser Wunsch und die Segensbitte werden häufig auch in der Form eines Zuspruchs formuliert. Es wird auf diese Weise deutlich, dass der erbetene Segen von Gott kommt. So heißt es beispielsweise im Jakobusbrief: „Alle gute Gabe und alle vollkommene Gabe kommt von oben herab.“ (Jak 1,17)

Im Alten Testament sind es meist der Segen über Abraham („Ich will segnen, die dich segnen“, Gen 12,3) und der sogenannte „Aaronitische Segen“ (Num 6,24-26), die den Segen theologisch begründen. Entscheidend ist, dass der Segen nicht vom Spender abhängig ist, also von demjenigen, der „segnet“. Sondern der Segen macht durch die Segenszusage und durch eine entsprechende Segenshandlung wie etwa das Kreuzzeichen nur auf den Segen aufmerksam, der ohnehin schon von Gott her gegeben ist. Es ist gewissermaßen nur ein nach außen und nach innen hin Offenbar-Machen des Segens, der von Gott her zugesprochen wird. Der oder das Gesegnete wird auch nicht in seinem Wesen verändert, sondern die Bezogenheit auf Gott hin wird deutlich gemacht. Wenn daher einem Menschen ein Segen zugesprochen wird, wird er als ein von Gott gesegneter und von Gott bejahter und geliebter Mensch betrachtet und dies ins Bewusstsein gehoben.

Ein anderes lateinisches Wort für „segnen“ ist „benedicere“. Das heißt übersetzt „etwas Gutes sagen“ und bezieht sich biblisch gesehen auf die Gutheißung Gottes seiner Schöpfung gegenüber: „Und Gott sah an alles, was er gemacht hatte, und siehe, es war sehr gut.“ (Gen 1,31) Indem offenbar gemacht wird, dass alles von Gott Geschaffene unter seinem Segen steht, können Menschen daher auch einander diesen Segen zusprechen. Von daher kann auch jeder Getaufte „segnen“ und alle Menschen können einander Segen sein und sich Gottes Segen zusprechen.

Br. Vincent Grunwald OSB, Diakon

Wie reagieren die Mönche der Abtei, wenn Paare um einen Segen bitten?

Menschen bitten mit ganz unterschiedlichen Anliegen um einen Segen, so auch Paare (z.B. Ehejubilare, Eheleute nach Krisenzeiten, eher selten Männer oder Frauen in einer gleichgeschlechtlichen Partnerschaft). Wenn ein Mönch angefragt wird, überlegt er mit den Beiden eine für ihre Situation passende Form. Sie kann persönlich gestaltet sein, es gibt aber auch offizielle oder andere Vorschläge.

Wird da sortiert und werden gleichgeschlechtliche Paare wieder nach Hause geschickt?

Ein gleichgeschlechtliches Paar wird keineswegs einfach nach Hause geschickt, sondern zum seelsorglichen Gespräch mit einem der Mönche eingeladen. Entweder kennen die Beiden schon jemand von uns oder wir fragen einen Mitbruder. Er überlegt mit dem Paar, wie der Segen Gottes am besten in ihre Lebenssituation hinein vermittelt werden kann. Eine Form dafür ist nicht vorgegeben. Sie sollte in jedem Fall authentisch sein.

Hilfreich zum Verständnis von Segen in der aktuellen Debatte ist, was der Wormser Domprobst Tobias Schäfer auf Facebook schreibt: „Segen ist doch kein Instrument für moralisches Urteil! Sondern die Zusage, dass Gott da ist, dass er mit uns geht. In guten wie in schweren Stunden. Was für eine Hybris zu glauben, wir müssten Gott vor mutmaßlich sündigen Situationen schützen; wir müssten den Segen Gottes schützen, dass er ja nicht die ‚Falschen‘ erreicht.“

Marian Reke OSB, Ansprechpartner der Abtei Königsmünster für seelsorgliche Anfragen

Das Wort „Segen, segnen“ kommt vom lateinischen „benedicere“ (daher kommt das Wort „Benediktion“) – was wörtlich „Gutes sagen, gutheißen“ bedeutet. Grundgelegt ist der Segen schon auf den ersten Seiten der Heiligen Schrift. Im ersten Schöpfungsbericht (Gen 1,1-2,4) heißt es nach jedem Schöpfungstag: „Und Gott sah, dass es gut war.“ Gott bezeichnet seine Schöpfung als gut, er heißt die belebte und unbelebte Natur gut. Und bei der Erschaffung des Menschen heißt es sogar: „Und Gott sah an alles, was er gemacht hatte, und siehe, es war sehr gut.“ (Gen 1,31) Gott segnet seine Schöpfung und ganz besonders den Menschen. Mit dem Segen überträgt Gott dem Menschen gleichzeitig aber auch eine Aufgabe – den Auftrag, die Schöpfung Gottes, die Natur zu pflegen. Weil die Natur von Gott selbst gesegnet ist, soll der Mensch ihr zum Segen werden. Wichtig ist die Reihenfolge: Zuerst steht der Segen Gottes – die Gabe an seine Schöpfung, das Geschenk. Daraus folgt erst die Aufgabe, der Auftrag.

Ganz ähnlich ist das bei Abraham: Mehrmals segnet Gott den Abraham, bevor er ihm sagt: „Du sollst ein Segen sein.“ Wir Menschen können nur dann anderen ein Segen sein, andere segnen, weil wir selbst zuvor Gesegnete sind, mit Gottes Segen beschenkt. Gott ist der eigentlich Segnende – der Mensch sagt anderen den Segen Gottes, der schon längst ergangen ist, zu.

Deswegen kann der Segen auch keine Zugangsbeschränkungen haben – denn wenn wir schöpfungstheologisch denken, also von der Schöpfung her, die Gott ausnahmslos gesegnet hat, dann dürfen wir davon niemanden ausschließen – erst recht nicht den Menschen, der ja als „sehr gut“ bezeichnet wird. Wenn wir bis heute Gegenstände segnen, dann müssen wir auch den Menschen segnen bzw. ihm den Segen Gottes zusagen.
Das Alte Testament erzählt im Grunde nichts Anderes als die Geschichte des Segens Gottes. Theologisch wird hier vom „Bund“ gesprochen, den Gott mit dem Volk Israel schließt. Gott erwählt sich aus allen Völkern ein Volk – Israel, übrigens damals ein ziemlich kleines Volk, das im Lauf der Geschichte oft zum Spielball großer Mächte und Weltreiche geworden ist – um so exemplarisch zu zeigen, dass er es gut mit den Menschen meint.
Gott bleibt seinem Segen, seinem Bund treu. Es ist oft der Mensch, der untreu wird, der fremden Göttern nachläuft, seine „erste Liebe“, den Gott Israels, vergisst. Deshalb sendet Gott immer wieder Menschen, die sie an den einmal geschlossenen und von Gott nie aufgekündigten Bund erinnern – die Propheten. Und als all das nichts zu bringen scheint, die Menschen sich immer wieder von ihm abwenden, sendet er sogar seinen Sohn, Jesus, um das Bundesangebot Gottes zu erneuern und zu besiegeln – mit seinem Blut, das er am Kreuz für uns vergossen hat.

Was man aus diesem Schnelldurchlauf durch die Geschichte Gottes mit den Menschen lernen kann? Vor allem dies: Wir sind und bleiben Gesegnete. Gutgeheißen, wertgeschätzt, geliebt – vor aller menschlicher Leistung. Egal, wie oft wir dieses Angebot ausschlagen. Daran erinnert uns übrigens auch unser Ordensvater, der hl. Benedikt – sein Name bedeutet wörtlich „der Gesegnete“. Daraus folgt das Zweite: Wir sind dazu berufen, einander Segen zu sein, einander den Segen Gottes zuzusprechen.

P. Maurus Runge OSB

„Stell dir vor, es ist Ostern, und keiner geht hin. Weil uns keiner mehr glaubt, dass wir der Fülle des Lebens verschrieben sind. Weil wir zwar das Leben schon vor der Geburt und am Ende mit Pathos verteidigen, aber zu wenig leidenschaftlich das lieben, was dazwischen – und zwar ziemlich bunt – ist, lebt und leben dürfen will.“

So schreibt es Markus Nolte, Chefredakteur der Münsteraner Kirchenzeitung Kirche+Leben und in unserer Abtei kein Unbekannter, in einem sorgenvoll-frommen Zwischenruf zur Karwoche. Und bringt damit ziemlich genau das auf den Punkt, was mich schon seit Wochen beschäftigt.

Wie können wir Ostern feiern, wenn die Zustände in Welt, Gesellschaft und Kirche der „Fülle des Lebens“ diametral entgegengesetzt sind?
Wie können wir vom Segen Gottes sprechen, der an Ostern so machtvoll erneuert wurde, wenn ein gefühlloser Machtapparat diesen Segen, diese Gutheißung der Schöpfung durch Gott selbst, an Bedingungen knüpfen will und ihn – welche Anmaßung – Menschen, die sich aufrichtig lieben, verweigert?
Wie können wir das Leben feiern, wenn unzähligen Menschen, die in der Kirche Opfer sexualisierter Gewalt wurden, so lange nicht zugehört wurde und ihnen damit zum wiederholten Mal das Leben verweigert wurde?
Wie können wir das Halleluja singen, wenn unzählige Menschen auf der ganzen Welt erkranken, oft mit immensen Spätfolgen, ja sogar sterben und der Politik anscheinend das wirtschaftliche Funktionieren wichtiger ist als die Sorge um die Schwachen?

Können wir angesichts dieser Ereignisse überhaupt ruhigen Gewissens Ostern feiern, das Wunder der Auferstehung, das Fest des Lebens? Ist es nicht ein Hohn, angesichts solcher Ereignisse von der Liebe zu sprechen, die den Tod besiegt hat? Müssen wir nicht vielmehr beim Karfreitag bleiben, beim Tod am Kreuz, beim Leiden so vieler unschuldiger Menschen? Oder einfach den Karsamstag aushalten, den Tag der Grabesruhe, des Schweigens? Ist nicht jedes Wort ein Wort zu viel?

Je lauter diese Gedanken in mir wurden, desto mehr drängte sich ein anderer Gedanke auf, der sich nicht zum Schweigen bringen ließ: Nein, gerade TROTZ der scheinbar aussichtslosen Lage der Kirche, TROTZ des unermesslichen Leids und TROTZ des katastrophalen Zustands unserer Welt dürfen wir gerade nicht verstummen. Noch nie war es wichtiger, die Botschaft des Lebens und der Auferstehung zu verkünden als heute. Nicht am Karfreitag und am Leid der Menschen vorbei. Auch Jesus ist mit den Wundmalen, den Zeichen seines Leidens, auferstanden. Er ist nicht als strahlender Held in die Wirklichkeit Gottes eingegangen, sondern als vermeintlich Gescheiterter am Kreuz. Wenn wir angesichts des Zustands unserer Welt und unserer Kirche schweigen würden, dann hätten die triumphiert, die alles beim Alten lassen möchten, ja dann hätten sie noch einmal über die Opfer von Gewalt und Tod triumphiert. Wir dürfen uns unsere Botschaft der Hoffnung nicht nehmen lassen.

Das Osterevangelium zeigt, dass die Botschaft der Auferstehung nicht plump und triumphalistisch daherkommt, sondern mitten durch das Leid der Menschen hindurchgeht und dabei die leisen Töne bevorzugt. Jesus ist nicht am Tod vorbei auferstanden, sondern mitten durch den Tod hindurch. Seine Wundmale bleiben. Maria von Magdala ist frühmorgens zum Grab gekommen, „als es noch dunkel war“. Sie ist nicht gekommen, um einem Lebenden zu begegnen, sondern um einen Toten zu salben. Petrus und Johannes haben nur die Zeichen des Todes gesehen, die Leinenbinden und das Schweißtuch – sie kehrten nach Hause zurück, ohne den Lebenden gesehen zu haben.

Und: es fließen Tränen. Maria darf weinen, sie darf all ihre Trauer herauslassen, muss sie nicht herunterschlucken. Die Trauer um den Verstorbenen, um all das Unrecht auf dieser Welt darf sein. Und in diese Trauer hinein geschieht Begegnung. Mitten in die Tränen, in das Leid hinein ruft Jesus sie beim Namen. Und er gibt Maria den Auftrag, die Botschaft des Lebens weiterzusagen, TROTZ des Leids Botin der Hoffnung zu sein. Maria schweigt nicht, sie leistet dem Unrecht und dem Leid Widerstand.

Ja, wir dürfen heute Ostern feiern. All dem Leid auf der Welt, all der physischen und psychischen Gewalt dürfen, ja müssen wir unser HALLELUJA entgegensingen. Den Geschichten des Todes und der Verzweiflung zum Trotz müssen wir die Geschichten des Lebens und der Hoffnung erzählen. Das HALLELUJA mag in diesem Jahr leiser erklingen, stiller – aber es wird erklingen.

Markus Nolte schreibt am Ende seines Zwischenrufs: „Diese Woche könnte alles ändern. Sie hat es schon einmal geschafft, mindestens. Stell dir vor.“

Die Kölner Rockband Brings hat in der letzten Karnevalssession ein Lied geschrieben, das für mich den Nerv dieser Zeit trifft. Sie ermutigt uns dazu, das ALAAF, den Kölschen Karnevalsruf, auch in diesem Jahr zu singen, „vielleicht ein bisschen stiller“. Sie ermutigt uns dazu, gegen die Verzweiflung anzusingen, „denn sonst sind wir verloren“. Sie ermutigt uns dazu, ein Licht anzuzünden gegen die Hoffnungslosigkeit und Angst unserer Zeit, so wie wir gestern die Osterkerze entzündet haben, die unser Bruder Justus in den Farben des Regenbogens gestaltet hat, DES Symbols der christlichen Hoffnung. Ich erlaube mir, den kölschen Ruf der Freude, das Alaaf (beim Helau wird es noch deutlicher) mit dem österlichen Ruf der Freude HALLELUJA zu übersetzen:

Sieht es auch so aus, als ginge die Welt gerade unter
Mach ein Licht an
Nichts bleibt, wie es war, alles drunter und drüber
Mach ein Licht an
Ein Licht für die Stadt
Und ein Licht für die Menschen
Denn wir glauben daran
Das Leben kehrt zurück

Und wir singen Halleluja, vielleicht ein wenig stiller
Und das, was mal war, kommt ganz bestimmt bald wieder
Komm, wir singen Halleluja, denn sonst sind wir verloren
Und wir singen ganz zart für ein besseres Morgen

Wie ein kleines Kind, das im Keller Angst hat
Mach ein Licht an
Doch wir kommen da durch, schau, es wird schon heller
Mach ein Licht an
Ein Licht für die Guten
Und ein Licht für die Schlechten
Ein Licht für die Krummen
Und für die Gerechten

Und ich singe Halleluja, vielleicht ein bisschen stiller
Und das, was mal war, kommt ganz bestimmt bald wieder…

P. Maurus Runge OSB

 

Endlich Ostern! Ostern ist nicht nur das älteste, sondern auch wichtigste Fest der Christen. Wir feiern die Auferstehung Jesu vom Tode. Das ist auch die zentrale Achse des christlichen Glaubens, dass wir an die Auferstehung Jesu glauben. Oder anders ausgedrückt. Wir glauben, dass Gott Jesus zwei Tage nach seinem Tod ins Leben auf der Erde zurückgeschickt hat. 40 Tage lang war Jesus nochmals bei seinen Jünger*innen. Er hat sie getroffen und noch manche Wunder gewirkt bzw. Dinge erledigt haben. Erst dann hat er die Erde für immer verlassen haben. An dieses Ereignis erinnert uns 40 Tage nach Ostern der Feiertag Himmelfahrt. Aber die Osterzeit dauert noch 10 Tage länger. An Pfingsten sind diese 50 Ostertage vorüber – dazu dann an anderer Stelle mehr. Osterbräuche wie das Eierfärben entstanden erst viel später. Das Ei ist ein Symbol für die Auferstehung. Von buntgefärbten Ostereiern wird zum ersten Mal im 13. Jahrhundert berichtet. Zum Osterfest selbst gibt es viele fröhliche Bräuche. Vielleicht kennst Du einige, wie z.B. Eier bemalen, Osterwasser, Osterspaziergang, Osterlamm aus Kuchenteig, Osterfeuer, Eierlauf, Eier pülvern u.v.m…! Auf das Osterfest bereiten sich Christen ab Aschermittwoch nach Fasching in der Fasten- bzw. Passionszeit vor. Sie dauert 40 Tage. Manche Christen fasten in dieser Zeit und denken mehr als sonst über ihren Glauben und über ihr Leben nach. In der Passionszeit liegen auch der Palmsonntag, der Gründonnerstag und der Karfreitag.

(Br. Benedikt Müller OSB)

Der Karsamstag oder Karsonnabend (althochdeutsch kara ‚Klage‘, ‚Kummer‘, ‚Trauer‘) ist der letzte Tag der Karwoche und der zweite Tag des österlichen Triduums. Auf ihn folgt der Ostersonntag. Der Karsamstag wird regional auch als stiller Samstag bezeichnet. Die Christen gedenken am Karsamstag, dem Tag der Grabesruhe Jesu Christi, seines Abstiegs in die Unterwelt, bei dem er nach seiner Kreuzigung im Limbus, dem „Schoß Abrahams“, die Seelen der Gerechten seit Adam befreit habe (1 Petr 3,19).

Die vorkommende umgangssprachliche Bezeichnung des Karsamstags als „Ostersamstag“ oder „Ostersonnabend“ weicht von der kirchlichen Tradition ab: Der Ostersamstag ist im christlichen Sprachgebrauch der Samstag der Osteroktav und damit der Tag vor dem Weißen Sonntag, eine Woche nach Ostern.

Heute ist Karfreitag. Ein stiller Feiertag. Ein wichtiger Feiertag. Christen erinnern sich heute an die Kreuzigung von Jesus. Jesus wurde auf Golgatha, d.h. Schädelstätte, einen Berg in Jerusalem ans Kreuz geschlagen. Aber warum wurde er ans Kreuz geschlagen? Vor 2000 Jahren erzählte Jesus den Menschen immer wieder von Gott. Vor allem von Gottes wunderbarer Liebe zu uns Menschen. Jesus rief die Menschen dazu auf, an Gottes Liebe zu glauben, friedlich miteinander zu leben und das eigene Verhalten und das der Gesellschaft immer wieder zu überprüfen. Er war so ganz anders. Viele sahen damals ihn ihm den Messias, anderen einen Hochstapler. Darum war er den Mächtigen im Land ein „Dorn im Auge“! Und dieser „Dorn“ musste beseitigt werden. Ein Freund Jesus, der Jünger Judas, verriet ihn bei den Mächtigen und führte die Soldaten zu Jesus. So kam es zur Gefangennahmen, Verurteilung und dann zur Hinrichtung. Die Kreuzigung war eine der grausamsten Hinrichtungsmethoden der Römer. Die Gekreuzigten starben einen qualvollen Tod. Neben aller Trauer stimmt der Karfreitag aber auch hoffnungsvoll, weil wir Chrsiten glauben, dass Gott Jesus von den Toten auferweckt hat. Das macht Mut und Hoffnung, denn die Liebe ist stärker als der Tod. Das Ereignis der Kerzuguingung zeigt den Christen, dass Jesus einen Weg für Menschen zu Gott bereitet hat. An Weihnachten hat uns das „Christkind“ (also Jesus) Erlösung geschenkt. Am heutigen Karfreitag ist diese Erlösung am Kreuz eingelöst wurden.

(Br. Benedikt Müller OSB)

 

Der Gründonnerstag ist der Donnerstag vor Ostern. Mit dem Gründonnerstag beginnen die liturgischen Feierlichkeiten der Kar- und Ostertage. Am Gründonnerstag erinnern sich die Christen sich an das Abschiedsmahl das Jesus mit seinen Jüngern am Abend vor seinem Tod am Kreuz gegessen hat.

In viele Kirchengemeinden feiern an diesen Donnerstagabend die Christen darum einen besonderen Gottesdienst. Im Mittelpunkt steht natürlich die biblische Erzählung von letzten Abendmahl Jesu mit seinen Freund*innen (den Jünger*innen).

Die Abendmahlsfeier ist natürlich Höhenpunkt des heutigen Gottesdienstes. Katholiken nennen es Eucharistie. Ein weiterer Höhepunkt ist die Fußwaschung. Denn: Als Zeichen dafür, wie wichtig sie ihm waren, soll Jesus jedem seiner Freunde die Füße gewaschen haben.

Da die Fastenzeit noch nicht zu Ende ist, sind die Kreuze in der Kirche immer noch verhüllt oder wie in der Abteikirche abgehangen.  Nach alter Tradition gehört es am Gründonnerstag dazu viel grünes Obst und Gemüse zu den Mahlzeiten zu reichen. Viele werden heute Mittag die klassische „Grüne Soße“ essen. Auch Kräutersoßen und Kräutersuppen sind sehr beliebt.

Die Farbe GRÜN ist aber gar nicht der Namensgeber dieses Tages. Sondern: Die altdeutschen Worte „Greinen“ oder „Grienen“ und sind eben alte Worte für das WEINEN. Damit soll die Trauer über den Tod Jesu auch wörtlich ausgedrückt werden. (Br. Benedikt Müller OSB)