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Das Fronleichnamsfest (lateinisch Sollemnitas Sanctissimi Corporis et Sanguinis Christi ‚Fest des allerheiligsten Leibes und Blutes Christi‘) ist ein Hochfest im Kirchenjahr der katholischen Kirche, mit dem die bleibende Gegenwart Jesu Christi im Sakrament der Eucharistie gefeiert wird. Die Bezeichnung Fronleichnam leitet sich von mittelhochdeutsch vrône lîcham für ‚des Herrn Leib‘ ab, von vrôn‚ ‚was den Herrn betrifft‘ (siehe auch Fron) und lîcham (‚der Leib‘). In der Liturgie heißt das Fest Hochfest des Leibes und Blutes Christi, regional wird es auch Prangertag oder Blutstag genannt. In anderen Sprachen ist die lateinische Bezeichnung des Hochfestes, Corpus Christi, geläufig. Der Festtermin und das Anliegen des Fronleichnamstages, eines Ideenfestes, stehen in enger Verbindung zum Gründonnerstag und der damit verbundenen Einsetzung der Eucharistie durch Jesus Christus selbst beim letzten Abendmahl. Wegen des stillen Charakters der Karwoche erlaubt der Gründonnerstag keine prunkvolle Entfaltung der Festlichkeit. Aus diesem Grund wurde das Fest Fronleichnam bei seiner Einführung auf den ersten Donnerstag nach der Oktav des Pfingstfestes gelegt. In Ländern, in denen Fronleichnam kein gesetzlicher Feiertag ist, kann das Hochfest auch an einem der darauffolgenden Sonntage nachgefeiert werden.

Gott ist die Liebe und wer in der Liebe bleibt, bleibt in Gott und Gott in ihm. Mit der Liebe schenkt sich ein Mensch dem anderen. Gott verschenkt sich in der Kraft des Heiligen Geistes und in seinem Sohn Jesus in Liebe an uns Menschen. Gott ist liebende Gemeinschaft. Er ist „Wir drei sind eins“. Ein Herz und eine Seele haben, d.h. Liebe deinen Nächsten wie Dich selbst! Wenn Menschen „ein Herz und eine Seele“ haben, dann beginnt in ihnen alles zu kreisen. In ihrer Mitte schlägt das Herz Gottes. Der Herzschlag der Liebe wird spürbar. Dafür – für die Liebe – steht die Farbe Rot. Dabei ist ein Schlüssel.Wort zur Herz.Tür das „Schenken“. Es gibt viele Dinge, die wir schenken können: Ein Lächeln, Verständnis, Vergebung, Zuhören, unsere Intelligenz, unseren Willen, unsere Verfügbarkeit, unsere Zeit, unsere Talente, unsere Ideen, unsere Mitarbeit, unsere Erfahrungen, unsere Fähigkeiten, unseren Besitz und noch vieles mehr. Es ist wie bei den Pflanzen. Sie nehmen aus der Erde nur so viel Wasser, Salze und andere Dinge auf, wie sie wirklich brauchen. Schenken wir selber alles Überflüssige weg und stellen es den anderen zur Verfügung, dann leben wir das „WIR“, denn Liebe ist Gemeinschaft. Gar nicht so einfach. Jesus hat es uns vorgelebt. Gott schenkt uns dazu ein Übungsbuch. Aus diesem Buch dürfen wir ein Leben lang lernen: Die Bibel. Liebe ist eine Lernaufgabe für das ganze Leben. Möge die Liebe immer mehr der rote Faden unseres Lebens werden.

(Team der OASE)

 

Als Kind wusste ich durch den Kindergottesdienst, dass Jesus mit einer Wolke in den Himmel irgendwie aufgefahren ist oder so. Mir wurde deutlich: Himmelfahrt hat etwas mit auffahren also nach oben fahren zu tun – Aufwärts gehen, nicht zurück. Als nächste Frage kam mir in den Sinn: Warum hat er nicht eine Rolltreppe gekommen – wäre schneller und bequemer gewesen. Ist das Leben nicht wie eine Rolltreppe? Sicher nicht! Eher wir eine alte, ausgetretene Steintreppe, die uns Stufe um Stufe heben und weiten will.  In unserem Leben gibt es Momente, da gleicht es einer ausgetretenen Stufe. Dann gibt es Augenblicke, da fühlen wir uns, wie wenn wir über eine Marmortreppe steigen. Die Lebenstreppe wird mal eng, mal steil, mal weit. Dann wieder rutschige, nasse Stufen. Und führt eigentlich eine Treppe in den Himmel? Gibt es eine Himmelstreppe? Es gibt Treppen, die mir, wenn ich sie ersteige, das Gefühl vermitteln, dem Himmel ein Stück näher zu kommen. Meine persönlichere Himmelstreppe war die Treppe in der Kuppel des Petersdoms in Rom. Da steigt man eine immer enger werden Wendeltreppe höher und höher und das bei gefühlten +50 Grad Celsius und 100 % Luftfeuchtigkeit. Und es wird steiler und steiler und enger und enger. Nichts für einen eher „kräftigen“ Mönch. Dieser Treppengang wurde zu einer besonderen Erfahrung: Als klar war, dass es nur nach vorne weitergehen würde, saß ich innerlich und äußerlich fest. Ohne Motivation säße ich da immer noch. Die Angst und die Enge im Herzen überwinden ging nicht. Also musste es mit der Angst gehen und die Enge des Herzens musste geweitet werden. Auch eine interessante Erfahrung. Nach Gebet und gutem Zureden der Krankenpflegeschüler war die entscheidende Hilfe, dass ich nicht allein war. Ich wusste, dass sie Schüler mit mir bei sommerlichen Temperaturen diese Treppe mit hinaufsteigen. Sie nahmen mir den Rucksack ab, so dass ich den Habit etwas raffen konnte, um nicht ständig auf den Saum des Ordensgewandes zu treten. Sie gingen vor und hinter mir. Sie gaben den entscheidenden Hinweis: Nicht nach hinten und nicht nach oben schauen. Sondern Schritt für Schritt vorwärts, denn es gab kein Zurück, man darf aus Sicherheitsgründen nicht umgekehrten, da die Treppe zu eng ist. Eine Einbahnstraße mitten im Petersdom. Und dann die Angst vor dem Schwindel und Durst. Ich habe den Tag verflucht. Warum musste ich auch unbedingt die Kuppel hinauf. Und dann. Ankunft. Hinausgetreten aus der Kuppel. Der Blick auf Rom. Majestätisch. Die ewige Stadt lag mir zu Füßen. Strahlend blauer Himmel über mir. Gott näher. Ein erhabenes Gefühl und die Ängste waren weg. Und Tränen, es geschafft zu haben, flossen. Das war eine königliche Lebensperle. Es lohnt sich der Angst zu trotzen und langsam die Treppe des Lebens zu erklimmen. Dieses Erlebnis ist für mich eine Himmelfahrts-Parabel für meinen persönlichen Lebensweg. Die Auffahrt nehmen. Trotz Ängsten, die ich auf meiner Lebenstreppe habe! Voller Hoffnung und Vertrauen nehme ich die Auffahrt: Christus!

(Br. Benedikt Müller OSB)

In der Frühlings- und Sommerzeit ist es ein besonders Erlebnis, wenn die Morgensonne mit ihrem warm gelben Licht vom Osten in die Abteikriche scheint. Wunderschön. In meinem Leben konnte immer und immer wieder wunderschöne Sonnenaufgänge beobachten. In Mengeringhausen, wenn das Morgenlicht den Garten meiner Kindheit verzauberte. In Südtirol, wenn die Morgensonne den Bergen einen goldigen Anhauch schenkt. Oder in den Weinbergen in Eibingen, wenn das Morgenlicht auf dem Rhein spiegelt. Am Froschteich im Kloster Helfta, wenn das junge Licht auf dem Wasser glitzert und der Waldkauz ruft.  Es ist schon faszinierend: Die Sonne nimmt ihren Lauf, ganz egal wie es momentan auf der Welt zugeht. Die Sonne geht auf und sie geht auch jeden Abend wieder unter.  Wir können gewiss sein, dass der Sonnenaufgang nicht allzu lange auf sich warten lässt, auch wenn wir manchmal wegen grauer Wolken oder Nebel am Morgenhimmel nicht gleich erkennen. Sonne am Morgen. Hell und schön. Was für ein hoffnungsvoller Anblick gerade in diesen „ver-rückten“ Zeiten. In der Osterzeit feiern wir eines besonders: Jesus, dass Licht der Welt, das die Dunkelheit durchbricht. Wir müssen uns nicht fürchten. Die Angst, die gerade in diesen Tagen aufkommt, kann vielleicht ab und an in den Hintergrund rücken. Wir dürfen sein Licht in unser Herz scheinen lassen. Das Licht der Sonne des Lebens, der Liebe, der Gerechtigkeit und Barmherzigkeit. Seine lichtvolle Zusage „Fürchtet euch nicht!“, ist so gegenwärtig wie das Licht der Sonne. Denn wir wurden erlöst – davon zeugt die Morgensonne des Ostertages. Wir sind geliebte Töchter und Söhne. Wir dürfen das Leben feiern. So stärke uns Gottes Segen und er lasse uns die Worte „Fürchte dich nicht!“ wie einen Sonnenstrahl in unsere Herzen fallen. Feiern wir das Leben!

(Br. Benedikt Müller OSB)

Ruhe. Ist es die Ruhe vor dem Sturm? Liegt das Schiff gerade wirklich sicher im Hafen, ist es fest verankert? Flaute oder Windstärke 12? Es ist mit Sicherheit schwer ein Schiff sicher in den Hafen zu steuern, denn es kann immer Streitigkeiten innerhalb der Besatzung geben, oder Stürme die Schiffe zum Wanken bringen. Vertraue. Vertraue auf Gott, denn er ist dein Anker der dir Sicherheit gibt. Er ist der Kompass der dich zum Ziel führt. Du bist nie alleine denn Gott ist bei dir, um dich in deinen sicheren Hafen zu führen. Du bist verankert. Verankert sein heißt, einen festen Grund zu haben und doch frei zu sein. Jeder Anker hat eine Kette oder ein Tau, mit einer bestimmten Länge. Du kannst Dich mit Deinem Schiff in einem gewissen Umfeld frei bewegen. Du kannst entscheiden, wie Du Deine Segel setzt. Wenn der Sturm kommt und die Wellen größer werden, dann hält Dich der Anker fest, auch wenn Du ihn im trüben Wasser oft nicht sehen kannst.

(Kjell-Bo Kelsner)

Katharina ist eine aufregende und rätselhafte Heiligengestalt (was im Grunde von allen Heiligen zu sagen wäre). Sie wurde 1347 als das 23. Kind eines Wollfärbers in Siena geboren. Mit sieben Jahren hatte sie ihre erste mystische Christusbegegnung. Da ihr von den Angehörigen die ersehnte Stille und Einsamkeit zunächst verweigert wurde, lernt sie, in das Heiligtum ihres eigenen Inneren zu fliehen, wo niemand sie stören konnte. 1365 trat sie dem Dritten Orden der Dominikaner bei. Sie lebte in harter Buße, diente den Armen und Kranken, arbeitete in einer zerstrittenen Welt für den Frieden und wurde allmählich zur einflussreichen Beraterin von weltlichen und kirchlichen Großen, zu einer Macht, mit der man rechnen musste. Sie betrieb vor allem die Rückkehr des Papstes aus Avignon (1377) und die innere Reform der Kirche. Ihre Briefe und ihr „Buch von der göttlichen Vorsehung“ (Der Dialog) haben großen Einfluss ausgeübt und gehören zur klassischen italienischen Literatur. Katharina starb am 29. April 1380 und wurde 1461 heilig gesprochen. Papst Paul VI. erhob sie zur Kirchenlehrerin.

(Quelle: Schott Messbuch)

Das Bild vom Hirten mit den Schafen ist ein Bild von tiefer Aussagekraft. Ein starkes Bild, das anspricht. Ein Urbild. Man kann es sich auch so schön idyllisch vorstellen: auf den Berghügeln in Israel weiden weiße niedliche Schafe und fressen das zarte Grün. Sie sind fromm und brav und laufen ihren Hirten nicht weg. Hirte und Schafe genießen die Sonne. Wunderbar. Doch auch wenn dieses Bild für unsere Seele so ansprechend ist, eine Idylle ist es keineswegs. Mitnichten. Das Bild vom Hirten und seinen Tieren ist nicht süß.  Das Hirtenbild führt uns in die ungeschminkte Realität des Lebens. Ein Hirte ist dazu da, die ihm anvertrauten Tiere zu beschützen und sich notfalls gegen Übergriffe von wilden Tieren zur Wehr zu setzen. Sonst wäre er kein Hirte, kein guter jedenfalls. Seine Arbeit ist hart und voller Verantwortung. Dem Wetter ausgesetzt – bedroht von der Wildheit der Schöpfung. Dass das Bild vom Hirten und den Schafen mitten ins Leben greift, wird deutlich, wenn wir uns vor Augen halten, wofür es steht. Das Bildwort vom Hirten spricht davon, dass Gott, der HERR, sein Volk wie eine Schafherde weidet, umsorgt, führt und hütet – behütet und die Hirte darf ihm vertrauensvoll folgen.

(Br. Benedikt Müller OSB)

Manche Zimmerpflanze kann man aus der Blumentopferde entwurzeln und in eine Hydrokultur umtopfen. Sie braucht dann zum Leben kein Erdreich mehr. Sie hat eine andere, eine neue Lebensgrundlage: das Wasser. Das Wasser des Lebens. Vielleicht drückt dieses Bild drückt aus, was Jesus gemeint haben könnte. Er lädt uns ein, unsere Wurzeln aus dem Erdreich dieser Welt herausnehmen zu lassen. Wir dürfen uns umtopfen lassen. Umtopfen heraus aus diesem Welt-Erdreich hinein in das Gottes-Reich. Gott wird uns Wurzel. Das geschieht im Heiligen Geist. Aus dem Wasser der Taufe haben wir diese neue Lebensgrundlage empfangen. Christen sind Menschen, die wie Christus leben. Christus lebte ganz aus Gott. Gott ist die Liebe, und wer in der Liebe bleibt, bleibt in Gott und Gott bleibt in ihm!

(Br. Benedikt Müller OSB)