Beiträge

Der Rucksack. Das Streben nach Freiheit ist einer der ursprünglichsten Instinkte der Menschen. Wir alle wollen frei sein, reisen, die Welt erkunden. In die Sonne fahren, um dem Alltagsstress zu entkommen. Aber sind wir dann wirklich frei oder wirkt es nur nach außen so? Oft braucht es andere Menschen, die uns zurufen: „Warum gehst du so gebückt? Dich belastet doch etwas! Woran trägst du so schwer?“ Erst dann merken wir, dass wir auf dem Rücken einen schweren Rucksack haben mit all dem, was uns bedrückt, all den schweren Dingen, all dem Vergangenen. Und dass uns diese Last daran hindert, aufrecht zu gehen und richtig zu leben. Gott ruft uns zu: „Jede Zeit ist deine Zeit!“ Also lasst uns den ganzen Ballast abwerfen, alles Unnötige; am besten jeden Tag, denn es schläft sich nicht gut mit einem Stein auf dem Herzen. Wenn wir das tun, sind wir wirklich frei und können entspannt die Welt befahren, denn es reist sich besser mit leichtem Gepäck.  (Daniel Griese und Br. Benedikt Müller OSB)

Grün – Gelb – Rot. Das Auto verliert an Tempo und hält an. Die Fahrt ist noch nicht vorbei, aber trotzdem musst du anhalten. Du wirst gezwungen, eine Pause einzulegen, egal wie eilig du es hast, oder an wie vielen Ampeln du davor schon stehen musstest. Das erscheint vielleicht ungerecht und willkürlich. Dir bleibt nur die Möglichkeit zu warten. Für ich gibt es erstmal kein Fortkommen. Aber trotzdem steckst du nicht fest, den bald wird die Ampel wieder grün. Du löst eventuell die Bremse, lässt die Kupplung greifen und gibst angemessen Gas. Schon rollst du wieder im Fluss mit den anderen Autos, die mit dir geartet haben. Es läuft wie am Schnürchen.

Die Zeit, die du gewartet hast, war nicht sinnlos. Währenddessen konnten Passanten und andere Autos die Straße überqueren. Die Ampel hat dir für den Moment zwar den Wind aus den Segeln genommen, aber auch vieles für dich geregelt. Sie hat vor Unfällen bewahrt und gibt jeden die Chance, zu Zuge zu kommen. Sie macht keine Unterschiede zwischen Status, Herkunft und Persönlichkeit. Auch Gottes Liebe ist so. Sie macht keine Unterschiede. Manchmal erscheint das Leben ungerecht, willkürlich und voller Hindernisse, aber in jeder Krise lässt sich auch eine Chance finden. Das erkennen wir manchmal erst beim Entschleunigen und Innehalten.

(Lucia Geringswald)