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Ich habe dich an deiner Hand gefasst und dich behütet

Sei ohne Angst, denn ich bin mit dir,

Ich habe dich erwählt, ich bin immer bei dir

Weil du in meinen Augen teuer und wertvoll bist

Ich habe dich im Schoss deiner Mutter wunderschön gebildet

Und ich liebe dich mit meiner ewiger Liebe

Ich hüte dich, wie den Stern meines Auges

Ich berge dich im Schatten meiner Flügel

Du bist kein Fehler, du bist mein kostbarer Einfall

Fürchte dich nicht, ich bin immer da für dich

Ich trage dich nahe an meinem herzen

Wohin du gehst, dahin gehe auch ich,

Und wo du bleibst, da bleibe auch ich

Ich will dich segnen und du sollst ein Segen sein.

Das deutsche Wort „Segen“ ist abgeleitet vom lateinischen „signare“. Das heißt übersetzt: „etwas bezeichnen (mit)“ und meint im christlichen Sinne zumeist einen Segen in Verbindung mit dem Kreuzzeichen. So segnen beispielsweise Eltern ihre Kinder, indem sie ihnen mit der Hand ein Kreuz auf die Stirn zeichnen. Der Segen meint inhaltlich den Wunsch und die Bitte, dass Gott segnen möge. Dieser Wunsch und die Segensbitte werden häufig auch in der Form eines Zuspruchs formuliert. Es wird auf diese Weise deutlich, dass der erbetene Segen von Gott kommt. So heißt es beispielsweise im Jakobusbrief: „Alle gute Gabe und alle vollkommene Gabe kommt von oben herab.“ (Jak 1,17)

Im Alten Testament sind es meist der Segen über Abraham („Ich will segnen, die dich segnen“, Gen 12,3) und der sogenannte „Aaronitische Segen“ (Num 6,24-26), die den Segen theologisch begründen. Entscheidend ist, dass der Segen nicht vom Spender abhängig ist, also von demjenigen, der „segnet“. Sondern der Segen macht durch die Segenszusage und durch eine entsprechende Segenshandlung wie etwa das Kreuzzeichen nur auf den Segen aufmerksam, der ohnehin schon von Gott her gegeben ist. Es ist gewissermaßen nur ein nach außen und nach innen hin Offenbar-Machen des Segens, der von Gott her zugesprochen wird. Der oder das Gesegnete wird auch nicht in seinem Wesen verändert, sondern die Bezogenheit auf Gott hin wird deutlich gemacht. Wenn daher einem Menschen ein Segen zugesprochen wird, wird er als ein von Gott gesegneter und von Gott bejahter und geliebter Mensch betrachtet und dies ins Bewusstsein gehoben.

Ein anderes lateinisches Wort für „segnen“ ist „benedicere“. Das heißt übersetzt „etwas Gutes sagen“ und bezieht sich biblisch gesehen auf die Gutheißung Gottes seiner Schöpfung gegenüber: „Und Gott sah an alles, was er gemacht hatte, und siehe, es war sehr gut.“ (Gen 1,31) Indem offenbar gemacht wird, dass alles von Gott Geschaffene unter seinem Segen steht, können Menschen daher auch einander diesen Segen zusprechen. Von daher kann auch jeder Getaufte „segnen“ und alle Menschen können einander Segen sein und sich Gottes Segen zusprechen.

Br. Vincent Grunwald OSB, Diakon

Wie reagieren die Mönche der Abtei, wenn Paare um einen Segen bitten?

Menschen bitten mit ganz unterschiedlichen Anliegen um einen Segen, so auch Paare (z.B. Ehejubilare, Eheleute nach Krisenzeiten, eher selten Männer oder Frauen in einer gleichgeschlechtlichen Partnerschaft). Wenn ein Mönch angefragt wird, überlegt er mit den Beiden eine für ihre Situation passende Form. Sie kann persönlich gestaltet sein, es gibt aber auch offizielle oder andere Vorschläge.

Wird da sortiert und werden gleichgeschlechtliche Paare wieder nach Hause geschickt?

Ein gleichgeschlechtliches Paar wird keineswegs einfach nach Hause geschickt, sondern zum seelsorglichen Gespräch mit einem der Mönche eingeladen. Entweder kennen die Beiden schon jemand von uns oder wir fragen einen Mitbruder. Er überlegt mit dem Paar, wie der Segen Gottes am besten in ihre Lebenssituation hinein vermittelt werden kann. Eine Form dafür ist nicht vorgegeben. Sie sollte in jedem Fall authentisch sein.

Hilfreich zum Verständnis von Segen in der aktuellen Debatte ist, was der Wormser Domprobst Tobias Schäfer auf Facebook schreibt: „Segen ist doch kein Instrument für moralisches Urteil! Sondern die Zusage, dass Gott da ist, dass er mit uns geht. In guten wie in schweren Stunden. Was für eine Hybris zu glauben, wir müssten Gott vor mutmaßlich sündigen Situationen schützen; wir müssten den Segen Gottes schützen, dass er ja nicht die ‚Falschen‘ erreicht.“

Marian Reke OSB, Ansprechpartner der Abtei Königsmünster für seelsorgliche Anfragen

Das Wort „Segen, segnen“ kommt vom lateinischen „benedicere“ (daher kommt das Wort „Benediktion“) – was wörtlich „Gutes sagen, gutheißen“ bedeutet. Grundgelegt ist der Segen schon auf den ersten Seiten der Heiligen Schrift. Im ersten Schöpfungsbericht (Gen 1,1-2,4) heißt es nach jedem Schöpfungstag: „Und Gott sah, dass es gut war.“ Gott bezeichnet seine Schöpfung als gut, er heißt die belebte und unbelebte Natur gut. Und bei der Erschaffung des Menschen heißt es sogar: „Und Gott sah an alles, was er gemacht hatte, und siehe, es war sehr gut.“ (Gen 1,31) Gott segnet seine Schöpfung und ganz besonders den Menschen. Mit dem Segen überträgt Gott dem Menschen gleichzeitig aber auch eine Aufgabe – den Auftrag, die Schöpfung Gottes, die Natur zu pflegen. Weil die Natur von Gott selbst gesegnet ist, soll der Mensch ihr zum Segen werden. Wichtig ist die Reihenfolge: Zuerst steht der Segen Gottes – die Gabe an seine Schöpfung, das Geschenk. Daraus folgt erst die Aufgabe, der Auftrag.

Ganz ähnlich ist das bei Abraham: Mehrmals segnet Gott den Abraham, bevor er ihm sagt: „Du sollst ein Segen sein.“ Wir Menschen können nur dann anderen ein Segen sein, andere segnen, weil wir selbst zuvor Gesegnete sind, mit Gottes Segen beschenkt. Gott ist der eigentlich Segnende – der Mensch sagt anderen den Segen Gottes, der schon längst ergangen ist, zu.

Deswegen kann der Segen auch keine Zugangsbeschränkungen haben – denn wenn wir schöpfungstheologisch denken, also von der Schöpfung her, die Gott ausnahmslos gesegnet hat, dann dürfen wir davon niemanden ausschließen – erst recht nicht den Menschen, der ja als „sehr gut“ bezeichnet wird. Wenn wir bis heute Gegenstände segnen, dann müssen wir auch den Menschen segnen bzw. ihm den Segen Gottes zusagen.
Das Alte Testament erzählt im Grunde nichts Anderes als die Geschichte des Segens Gottes. Theologisch wird hier vom „Bund“ gesprochen, den Gott mit dem Volk Israel schließt. Gott erwählt sich aus allen Völkern ein Volk – Israel, übrigens damals ein ziemlich kleines Volk, das im Lauf der Geschichte oft zum Spielball großer Mächte und Weltreiche geworden ist – um so exemplarisch zu zeigen, dass er es gut mit den Menschen meint.
Gott bleibt seinem Segen, seinem Bund treu. Es ist oft der Mensch, der untreu wird, der fremden Göttern nachläuft, seine „erste Liebe“, den Gott Israels, vergisst. Deshalb sendet Gott immer wieder Menschen, die sie an den einmal geschlossenen und von Gott nie aufgekündigten Bund erinnern – die Propheten. Und als all das nichts zu bringen scheint, die Menschen sich immer wieder von ihm abwenden, sendet er sogar seinen Sohn, Jesus, um das Bundesangebot Gottes zu erneuern und zu besiegeln – mit seinem Blut, das er am Kreuz für uns vergossen hat.

Was man aus diesem Schnelldurchlauf durch die Geschichte Gottes mit den Menschen lernen kann? Vor allem dies: Wir sind und bleiben Gesegnete. Gutgeheißen, wertgeschätzt, geliebt – vor aller menschlicher Leistung. Egal, wie oft wir dieses Angebot ausschlagen. Daran erinnert uns übrigens auch unser Ordensvater, der hl. Benedikt – sein Name bedeutet wörtlich „der Gesegnete“. Daraus folgt das Zweite: Wir sind dazu berufen, einander Segen zu sein, einander den Segen Gottes zuzusprechen.

P. Maurus Runge OSB

Im Garten meine Kindertage blühten in der Osterzeit eine Menge von Osterglocken und Narzissen. In allen Ecken und Winkeln: In den Blumenbeeten im Steingarten. An der Fliederhecke zum Schulgarten. Im Großem Blumenbeet unterhalb der Bleiche. Auf der unteren Wiese rund um den knurrigen Pflaumenbaum. In den Beeten bei der Haustür. Stolz richteten sie ihre Blüten in den sonnigen Frühlingshimmel. Mutters ganze Freude. Osterglocken oder die Narzissen zu pflügen war bei uns nicht erlaubt. Ich erinnere mich, dass ich als Kind beobachte wie die Bienen in die Blüte der Blumen flogen, um Honig sammeln. Unterscheiden konnte ich beide Frühlingsboten an ihren Duft. Narzissen duften gegenüber der Osterglocke viel stärker. Fast ein betäubender Duft. Ein österliches Zeichen! Die Blumen möchten mit ihrem Duft eine köstlich-schön-duftende Botschaft aus Gottes Lebensgarten der Schöpfung verströmen und zwar so intensiv, damit die ganze Welt diese frohe machende Botschaft von Licht und Auferstehung wahrnehmen kann. Die Natur, Osterglocke und Narzisse, leben uns vor, dass wir an Ostern unsere Häupter erheben sollen. Ihr betörender Duft will uns ein sinnliches Beispiel sein, dass Jesus den Tod besiegt hat und das Leben stärker ist. Der Duft der Blumen erinnert uns an den Garten der Ostergeschichte in dem Jesu Grab war. Oh, wie blumig-schön muss es dort damals am ersten Ostermorgen, als Maria vom Magdala vom Grab kam, geduftet haben? Sicher war die ganze Luft vom Duft der Osterglocken und Narzissen erfüllt. Ihr Duft erinnert an Auferstehung und ewiges Leben.

(Br. Benedikt Müller OSB)

„Stell dir vor, es ist Ostern, und keiner geht hin. Weil uns keiner mehr glaubt, dass wir der Fülle des Lebens verschrieben sind. Weil wir zwar das Leben schon vor der Geburt und am Ende mit Pathos verteidigen, aber zu wenig leidenschaftlich das lieben, was dazwischen – und zwar ziemlich bunt – ist, lebt und leben dürfen will.“

So schreibt es Markus Nolte, Chefredakteur der Münsteraner Kirchenzeitung Kirche+Leben und in unserer Abtei kein Unbekannter, in einem sorgenvoll-frommen Zwischenruf zur Karwoche. Und bringt damit ziemlich genau das auf den Punkt, was mich schon seit Wochen beschäftigt.

Wie können wir Ostern feiern, wenn die Zustände in Welt, Gesellschaft und Kirche der „Fülle des Lebens“ diametral entgegengesetzt sind?
Wie können wir vom Segen Gottes sprechen, der an Ostern so machtvoll erneuert wurde, wenn ein gefühlloser Machtapparat diesen Segen, diese Gutheißung der Schöpfung durch Gott selbst, an Bedingungen knüpfen will und ihn – welche Anmaßung – Menschen, die sich aufrichtig lieben, verweigert?
Wie können wir das Leben feiern, wenn unzähligen Menschen, die in der Kirche Opfer sexualisierter Gewalt wurden, so lange nicht zugehört wurde und ihnen damit zum wiederholten Mal das Leben verweigert wurde?
Wie können wir das Halleluja singen, wenn unzählige Menschen auf der ganzen Welt erkranken, oft mit immensen Spätfolgen, ja sogar sterben und der Politik anscheinend das wirtschaftliche Funktionieren wichtiger ist als die Sorge um die Schwachen?

Können wir angesichts dieser Ereignisse überhaupt ruhigen Gewissens Ostern feiern, das Wunder der Auferstehung, das Fest des Lebens? Ist es nicht ein Hohn, angesichts solcher Ereignisse von der Liebe zu sprechen, die den Tod besiegt hat? Müssen wir nicht vielmehr beim Karfreitag bleiben, beim Tod am Kreuz, beim Leiden so vieler unschuldiger Menschen? Oder einfach den Karsamstag aushalten, den Tag der Grabesruhe, des Schweigens? Ist nicht jedes Wort ein Wort zu viel?

Je lauter diese Gedanken in mir wurden, desto mehr drängte sich ein anderer Gedanke auf, der sich nicht zum Schweigen bringen ließ: Nein, gerade TROTZ der scheinbar aussichtslosen Lage der Kirche, TROTZ des unermesslichen Leids und TROTZ des katastrophalen Zustands unserer Welt dürfen wir gerade nicht verstummen. Noch nie war es wichtiger, die Botschaft des Lebens und der Auferstehung zu verkünden als heute. Nicht am Karfreitag und am Leid der Menschen vorbei. Auch Jesus ist mit den Wundmalen, den Zeichen seines Leidens, auferstanden. Er ist nicht als strahlender Held in die Wirklichkeit Gottes eingegangen, sondern als vermeintlich Gescheiterter am Kreuz. Wenn wir angesichts des Zustands unserer Welt und unserer Kirche schweigen würden, dann hätten die triumphiert, die alles beim Alten lassen möchten, ja dann hätten sie noch einmal über die Opfer von Gewalt und Tod triumphiert. Wir dürfen uns unsere Botschaft der Hoffnung nicht nehmen lassen.

Das Osterevangelium zeigt, dass die Botschaft der Auferstehung nicht plump und triumphalistisch daherkommt, sondern mitten durch das Leid der Menschen hindurchgeht und dabei die leisen Töne bevorzugt. Jesus ist nicht am Tod vorbei auferstanden, sondern mitten durch den Tod hindurch. Seine Wundmale bleiben. Maria von Magdala ist frühmorgens zum Grab gekommen, „als es noch dunkel war“. Sie ist nicht gekommen, um einem Lebenden zu begegnen, sondern um einen Toten zu salben. Petrus und Johannes haben nur die Zeichen des Todes gesehen, die Leinenbinden und das Schweißtuch – sie kehrten nach Hause zurück, ohne den Lebenden gesehen zu haben.

Und: es fließen Tränen. Maria darf weinen, sie darf all ihre Trauer herauslassen, muss sie nicht herunterschlucken. Die Trauer um den Verstorbenen, um all das Unrecht auf dieser Welt darf sein. Und in diese Trauer hinein geschieht Begegnung. Mitten in die Tränen, in das Leid hinein ruft Jesus sie beim Namen. Und er gibt Maria den Auftrag, die Botschaft des Lebens weiterzusagen, TROTZ des Leids Botin der Hoffnung zu sein. Maria schweigt nicht, sie leistet dem Unrecht und dem Leid Widerstand.

Ja, wir dürfen heute Ostern feiern. All dem Leid auf der Welt, all der physischen und psychischen Gewalt dürfen, ja müssen wir unser HALLELUJA entgegensingen. Den Geschichten des Todes und der Verzweiflung zum Trotz müssen wir die Geschichten des Lebens und der Hoffnung erzählen. Das HALLELUJA mag in diesem Jahr leiser erklingen, stiller – aber es wird erklingen.

Markus Nolte schreibt am Ende seines Zwischenrufs: „Diese Woche könnte alles ändern. Sie hat es schon einmal geschafft, mindestens. Stell dir vor.“

Die Kölner Rockband Brings hat in der letzten Karnevalssession ein Lied geschrieben, das für mich den Nerv dieser Zeit trifft. Sie ermutigt uns dazu, das ALAAF, den Kölschen Karnevalsruf, auch in diesem Jahr zu singen, „vielleicht ein bisschen stiller“. Sie ermutigt uns dazu, gegen die Verzweiflung anzusingen, „denn sonst sind wir verloren“. Sie ermutigt uns dazu, ein Licht anzuzünden gegen die Hoffnungslosigkeit und Angst unserer Zeit, so wie wir gestern die Osterkerze entzündet haben, die unser Bruder Justus in den Farben des Regenbogens gestaltet hat, DES Symbols der christlichen Hoffnung. Ich erlaube mir, den kölschen Ruf der Freude, das Alaaf (beim Helau wird es noch deutlicher) mit dem österlichen Ruf der Freude HALLELUJA zu übersetzen:

Sieht es auch so aus, als ginge die Welt gerade unter
Mach ein Licht an
Nichts bleibt, wie es war, alles drunter und drüber
Mach ein Licht an
Ein Licht für die Stadt
Und ein Licht für die Menschen
Denn wir glauben daran
Das Leben kehrt zurück

Und wir singen Halleluja, vielleicht ein wenig stiller
Und das, was mal war, kommt ganz bestimmt bald wieder
Komm, wir singen Halleluja, denn sonst sind wir verloren
Und wir singen ganz zart für ein besseres Morgen

Wie ein kleines Kind, das im Keller Angst hat
Mach ein Licht an
Doch wir kommen da durch, schau, es wird schon heller
Mach ein Licht an
Ein Licht für die Guten
Und ein Licht für die Schlechten
Ein Licht für die Krummen
Und für die Gerechten

Und ich singe Halleluja, vielleicht ein bisschen stiller
Und das, was mal war, kommt ganz bestimmt bald wieder…

P. Maurus Runge OSB

 

Zwischen einem ausgewachsenen Löwen und einem Lamm kommen mir viele Unterscheide in den Sinn. Der Löwe ist ein Raubtier in der Wildnis. Seit jeher macht er uns Menschen Angst, weil bei einer Begegnung der Löwe durchaus unser Leben bedrohen würde. Das Lamm ist ein Nutztier in der Landwirtschaft, über das sich der Bauer freut, weil es seinen Lebensunterhalt sichert. Der Löwe lebt von der Jagd. Er tötet andere Tiere, um seinen Hunger zu stillen. Das Lamm ernährt sich zunächst von der Muttermilch und dann vom saftigen Grün der Weide. Der Löwe ist groß, stark und schnell! Das Lamm ist klein, wirkt schwach und ist etwas wacklig auf den Beinen. Wenn wir Menschen einen Löwen sehen, sind wir von seiner majestätischen Erscheinung fasziniert. Sehen wir Menschen ein Lamm, dann möchten wir es am liebsten streicheln. Weil sein wehrloses und zutrauliches Aussehen rührt uns an. Löwe und Lamm stehen als Symbole für die österliche Botschaft. Christus hat uns am Kreuz erlöst. Das Lamm Gottes, das an Karfreitag stirbt. Durch die Auferstehung Jesu hat mit der Erlösung die Krone des Lebens über den Tod bekommen. Der Löwe hat gesiegt. Stark und machtvoll. Christus ist der Löwe aus Juda und das Lamm Gottes. Das Lamm am Karfreitag, das die Erlösung besiegelt hat und an Ostern der Löwe, der den Sieg des Lebens über den Tod durch die Auferstehung bringt. Der siegende Christus wird als königlicher Löwe von Juda. In der Vesper singen wir Mönche in der Osterzeit folgende Antiphon: „Weine nicht, denn siehe: Gesiegt hat der Löwe von Juda, ser Spross aus David Christus, der Herr!“ (Offb. 5,5)

(Br. Benedikt Müller OSB)

Wenn das Brot, das wir teilen als Rose blüht, können wir wachsen. In vielen Kulturen teilen Gemeinschaften ihre Mahlzeiten. Mit Jesus, der mit seinen Jüngern das letzte Abendmahl feierte, wird das Brotbrechen sogar zu einem religiösen Symbol und Ritual. Bei jedem Abendmahl wird der Bund zwischen Gott und den Menschen gefestigt. Gott lässt sich in jedem Stück Brot finden. Manche finden ihn in dem Wunder der Erde, die die goldenen Körner, das frische Wasser und die anderen Zutaten für das Brot schenkt. Andere entdecken ihn im liebenden Teilen der Nahrung, im Geben und Nehmen. Wenn das Brot, das wir teilen als Rose blüht, dann können wir satt werden. Mit der Nahrung versorgen wir unseren Körper mit Energie und erfahren gesättigte Zufriedenheit. Auch unsere Seele kann satt und zufrieden werden. Einige würden diesen Zustand des Seelenfriedens als Glück bezeichnen. Andere als Erlösung. Aber wie kommen wir dorthin? Jesus hat sich für uns hingegeben. Wenn das Brot, das wir teilen als Rose blüht, dann geschieht ein Wunder. Er ist das Brot des Lebens. Das Wunder der ewigen Liebe. (Lucia Geringswald)

(Wenn du das erste Bild der jeweiligen Galeriespalte klickst, dann öffnen sich die Bilderreihe)

A wie Abtei. 1956 wurde das Priorat Königsmünster zur eigenständigen Abtei erhoben.

Bei uns Benediktinern sind die einzelnen Klöster selbständig. Man nennt sie Abtei, wenn ihr „Chef“ der Abt ist (lat. „abbas“ – Vater). Er wird von der Gemeinschaft gewählt. Die Abtei Königsmünster hat seit 1956 bisher vier Äbte.

Abteikirche, sie ist der Mittelpunkt und das Herzstück des Klosterbergs. Am 1.9.1964 wurde sie geweiht. Architekt: Hans Schilling / Köln.

In unserer Abteigaststätte kannst du wunderbar gastlich einkehren und leckere Köstlichkeiten aus der Klosterküche bestellen.Im Abteiladen verkaufen wir nicht nur tolle Bücher, sondern auch die Produkte, die in der Abtei Königsmünster hergestellt werden. Hier findest du immer eine tolle Erinnerung oder ein „Mitbringsel“

Der Akolyth erfüllt als Helfer des Diakons und des Priesters verschiedene Aufgaben im Gottesdienst. Er trägt den Kerzenleuchter. Den Altersstab bekommt ein Mönch zum 50-jährigen Professjubiläum.

B wie Benedikt von Nursia. Vor mehr als 1500 Jahren, um 480 wurde er in Italien geboren. Am 21. März 547 starb er auf dem Monte Cassino. Benedikt lebte erst als Einsiedler und gründete dann mehrere Klöster. Für seine Mönche schrieb er die Benediktsregel, die bis heute die Grundlage für unser Leben ist. Bibliothek werden die Bücher des Klosters aufbewahrt. Der Bibliothekar ist für die Bibliothek verantwortlich. Bei ihm können die Mönche Bücher ausleihen.

C wie Cellerar. (lat. „cellerarius“ – Kellermeister) Ihm ist ein ganzes Kapitel der Benediktsregel gewidmet (RB 31). Er gilt als der wirtschaftliche Leiter des Klosters und die dazugehörigen Betriebe. Der hl. Benedikt schreibt: „Kann er einem Bruder nichts geben, gebe er ihm wenigstens ein gutes Wort.“ Der Chor beschreibt den Raum in der Klosterkirche, in dem wir das Chorgebet verrichten. Das Chorgebet strukturiert den Tag im Kloster. Mönche singen betend den Choral. Das sind einstimmige Gesänge aus dem 8. / 9. Jahrhundert: Gesungen werden die Psalmen aus dem Alten Testament. Das Chorgestühl ist unser Platz in der Kirche. Als Cingulum (lat. cingulum ‚Gürtel‘) bezeichnet man den Gürtel am Gewand des Mönches. Cruciferar ist der Kreuzträger in der Liturgie.

D wie Depositorium. Das ist ein Raum, wo Dinge hinterlegt oder aufbewahrt werden, z.B. Wäsche, Hygieneartikel, Putzmittel und Süßigkeiten! Das Buch der Dialoge beinhaltet die Lebensgeschichte des hl. Benedikt. Papst Gregor der Große (540 – 604) hat sie einige Zeit nach Benedikts Tod aufgeschrieben. Er konnte sich dabei auf Augenzeugenberichte berufen und hat vor allem die Wunder und Zeichen im Leben Benedikts beschrieben. Das Dormitorium, auch Dormént (lat. Schlafraum, von dormire = schlafen) genannt, bezeichnet in mittelalterlichen Klöstern der gemeinsame Schlafsaal der Mönche. Seit dem 9. Jahrhundert ist der Begriff Dormitorium gebräuchlich. So empfiehlt bereits die Benediktsregel in Kapitel 22 zur Nachtruhe der Mönche: »Alle schlafen wenn möglich in einem Raum«. Nur der Abt hatte Anspruch auf ein eigenes Zimmer. Seit dem Spätmittelalter wurde das Dormitorium in Einzelzellen aufgeteilt.

E wie Einkleidung. Mit der Einkleidung wird ein neuer Bruder in das Kloster aufgenommen und bekommt dabei das Ordensgewand angezogen. Bei uns bekommen sie erst die schwarze Tunika mit dem Gürtel. Wenn sie in das Noviziat aufgenommen werden, noch das Skapulier (der Überwurf, ursprünglich eine Schürze) mit der Kapuze. Die Eucharistie (Heilige Messe) feiern wir in Königsmünster außer samstags an jedem Tag als Konventamt mit der ganzen Gemeinschaft zusammen. Das Wort „Eucharistie“ bedeutet Danksagung und dazu haben wir immer wieder Grund genug. In Brot und Wein kommt Gott zu uns und gibt uns neue Kraft für unseren Weg. Exerzitien (geistliche Übungen) sind Zeiten, die uns in ganz besonderer Weise helfen, Gott und uns selber neu in den Blick zu nehmen. Sie sind geprägt von der inneren Einkehr, der Betrachtung der heiligen Schrift, dem Schweigen und dem Gebet.

F wie Feste. Bei uns Benediktinern in Königsmünster unterbrechen immer wieder schöne Feste den Klosteralltag. Das Fest der hl. Scholastika (Schwester des hl. Benedikt) feiern wir den Nonnen der Abtei Varensell.

So ist im Kloster immer etwas los und Langweile gibt es nicht. Schön ist es, dass wir Mönche die Feste ganzheitlich im Einklang auf die Jahreszeiten feiern.

Der Klangrhythmus des Klosters mit seinen Festen schafft ein Leben voller Möglichkeiten.

Von Advent zu Advent ein Kirchenjahr ist voller Fest- und Feierlichkeiten.

Friedhof; Klöster haben einen eigenen Friedhof. Wenn ein Mönch stirbt, wird er dort begraben. Der Ritus der Begräbnisfeierlichkeiten und die Beerdigung sind sehr würdig und festlich-feierlich.

G wie Gäste. Die Aufnahme von Gästen ist ein Grundpfeiler benediktinischer Spiritualität.

Wir Gastbrüder und Gastpatres kümmern uns um die Gäste und arbieten im Gastbereich des Klosters.

Die Gelübde von uns Mönchen sind: Beständigkeit (wir binden uns an eine bestimmte Gemeinschaft an einem bestimmten Ort), klösterlicher Lebenswandel (ein Leben nach eben dieser Regel des Hl. Benedikt) und Gehorsam (das Hören auf den Abt und auf die anderen Brüder). Graduale Romanum. Das ist das Buch in dem alle wichtigen Gesänge und Texte für die Heilige Messe aufgeschrieben sind und das wir Mönche in den Gottesdiensten benutzen.

H wie Habit. Der Habit (lat. habitus – Haltung, Gestalt) ist die Ordenstracht, also unser schwarze Gewand mit Kapuze. Der Habit betont als einheitliches Gewand die Verbundenheit der Mönche eines Ordens untereinander und er ist Zeichen des einfachen Lebensstils. An dem Habit erkennt man uns Mönche und weiß, dass wir Jesus auf dem Weg des Klosterlebens nachfolgen. Jeder Orden hat seine eigene Art des Habits. Die Hore (lat. Stunde) steht für die Stundengebete im Kloster.

I wie Infirmerie. Die Infirmerie ist die Krankenabteilung des Klosters. Hier leben und wohnen die alten und kranken Mitbrüder.

Sie werden vom Bruder Infirmar (Krankenpfleger) versorgt. Dem heiligen Benedikt war die Versorgung der kranken Mönche ein großes Herzensanliegen.

Interreligiös / Ökumene, Begegnungen und Austausch mit anderen Religionen und Konfessionen sind uns wichtig.

Das Invitatorium (Einladungsgesang) eröffnet das Stundengebet eines liturgischen Tages. Es besteht zunächst aus dem Versikel: „Herr, öffne meine Lippen – Damit mein Mund Dein Lob verkünde.“ Bei uns in Königsmünster hat jeder Tag seinen eigenen Psalm als Eröffnungspsalm. Zum Invitatorium gehört noch eine je nach Fest und Zeit im Kirchenjahr wechselnde Antiphon.

J wie Jesus. Was, Jesus im Kloster? Jawohl: Jesus Christus. ihm folgen wir Mönche nach. ER ist der Grund unserer Profess. Ohne Jesus hätte das Leben von Benedikt von Nursia keinen Sinn gehabt. Ohne Jesus würde auch unser Mönchsleben keinen Sinn finden. Jesus ist der, zu dem wir beten (Stundengebet). ER ist der, auf den wir hören wollen (Gehorsam). Jesus ist der, zu dem die Beziehung so groß ist, dass wir es wagen, ehelos zu leben (Zölibat).

Die Abtei Königsmünster ist für ihre Jugendarbeit bekannt. Vor 40 Jahren haben wir die OASE geründet und  laden seit dem Schüler*innen aus verschiedenen Schulen aus ganz Deutschland zu Besinnungstagen, zur Obertsufenakademie oder zum Studium Generale ein. In den verschiedenen Kurseinheiten, die dazu angeboten werden, sollst ihr die Möglichkeit haben, über die schulische Bildung hinaus euren eigenen Horizont im Hinblick auf eure eigene Persönlichkeitsbildung zu erweitern. So wird euch ein breites Spektrum an Erfahrungen, Wissen, Gedanken und Fähigkeiten der Lebensbegleitung vermittelt. Ebenso bieten wir das Modul Ministranten oder die Firm- & Konfirmandenvorbereitung an. Wanderwoche und Silvestertreffen ergänzen das Programm

Juniorat – als Juniorat werden bei uns die Brüder bezeichnet, die noch nicht die feierliche Profess auf Lebenszeit, sondern erst die zeitliche Profess auf drei Jahre abgelgt haben. Die Postulaten und Novizen ergänzen die Brüder des Juniorates. Sie nehmen nicht an Kapitelssitzungen teil, weil sie noch kein Stimmrecht haben – sie sollen erst Schritt für schritt in die Gemeinschaft hinein wachsen. Novizenmeister und zeitlichen Magister begleiten die jungen Brüder.

K wie Kantor(en). Der Mönchschor wird vom Kantor geleitet. Der Kantor erteilt auch die Gesangstunden für den Konvent. Bei Hochfesten trägt er beim Einzug in die Kirche den Kantorenstab als Zeichen seiner liturgischen Aufgabe.

Die Benediktsregel ist in mehrere Kapitel unterteilt. Kapitel nennt man aber auch die Versammlung der stimmberechtigten Mönche, die die Profess auf Lebenszeit abgelegt haben. Der Kapitelsaal ist ein Raum, in dem die Mönche sich zu Beratungen, den Kapitelsitzungen, und zu wichtigen klösterlichen Vollzügen (Abtswahl, Einkleidung der Postulanten, Noviziatsaufnahme usw.) versammeln. Früher wurde in diesem Saal täglich ein Kapitel der Mönchsregel vorgelesen, von daher leitet sich die Bezeichnung Kapitelsaal ab. Heute werden dort auch die verstorbenen Mönche aufgebahrt.

Die Kapuze ist ein Teil des Ordensgewands der Mönche, die Nonnen tragen Haube und Schleier. Der geschützte Lebensbereich der Mönche innerhalb des Klosters wird Klausur (lat. claudere „schließen“) genannt. Die Klausur soll den notwendigen Raum der Stille und Sammlung ermöglichen. In die Klausur erhalten Außenstehende nur in Ausnahmefällen einen Zutritt, z.B. wenn ein Bruder erkrankt ist und der Arzt einen Hausbesuch oder in diesem Fall einen Klausurbesuch machen muss.

Mit dem Wort Kloster (lat. claustrum „verschlossener Ort“) bezeichnet man das Gebäude, in dem die Ordensgemeinschaft lebt.

Klosterbier „PATER LINUS” ist unser neues Abbey-Bier mit einer überzeugenden Geschichte von Tradition und Weitblick. Wir, die Abtei Königsmünster entwickelten diese authentische Abbey-Bierspezialität, um Brauchtum und Werte unseres Klosters zu ehren. In der angesehenen belgischen Brauerei Van Steenberge, die sich in der Nähe von Gent befindet, wird das Bier gebraut.

Klosterbrot Was wäre Deutschland ohne sein Brot? Wir sind stolz auf die Vielfalt unserer Brotsorten und auf unserer Bäckerei, die auch vielfältiges Klostergebäck herstellt.

Klosterhonig der Klosterbienen, Klosterlikör & Klostermarmelade ergänzen unser Angebot – „Gutes für Leib & Seele“!

Auf den Klosterwiesen weiden unsere Klosterschafe. Es sind Waldschaf, eine gefährdete Hausschafrasse. Die Klosterschweine werden auf Stroh außerhalb auf einem Bauernhof gehalten. Tierwohl ist uns sehr wichtig. Neu sind die Klosterfische, die in der OASE wohnen.

Klosterschokolade – Pralinen und Tafelschokoladen. Alles ist selber von Hand und mit hohem handwerklichen Geschick hergestellt – mit viel Liebe zum Detail eine süße Reihung, die dich in Versuchung führen möchte.

Kein Kaffeetrinken ohne ein Stück Kuchen. Unsere Klostertorten sind ein Genuss und bei sehr vielen unserer Gäste heiß begehrt.

In Klosterküche wird für Mönche, Mensa und die Gäste jeden Tag ein gutes Essen bereitet.  

Wunderbar lecker ist das Klosterweihnachtsgebäck und wer es herzhaft mag, dem mundet die Klosterwurst.

Unsere Abtei heißt Königsmünster, weil das Kloster Christus dem König des Friedens geweiht ist: ein Christkönigskloster (gr./lat. monasterium, „Kloster“). Die Komplet (siehe Stundengebet) ist das Nachtgebet.

Machen wir es noch etwas spannender und dringen noch tiefer in das Kloster-ABC ein: Unsere Abtei Königismünster gehört zur Kongregation der Missionsbenediktiner von St. Ottilien in Bayern. Den Zusammenschluss selbständiger Klöster und Abteien nennt man Kongregation. Sie verfügen über gemeinsame Konstitutionen, das sind Erläuterungen und Auslegungen zur Benediktsregel, die das gemeinsame konkrete Leben vor Ort regeln.

Viele Menschen sagen uns Mönchen immer wieder: „Ihr lebt aber in Ruhe und Stille. Und so beschaulich.“ Beschaulichkeit ist ein gutes Stichwort, denn beschaulich ist ein anderes Wort für kontemplativ. Der Mönch führt ein kontemplatives ganz auf Gott hin ausgerichtetes Leben. Als Konvent bezeichnet man die Gemeinschaft der zusammenlebenden Mönche in einem Kloster.

Einmal im Jahr gibt es einen Konventausflug.

Etwas, was viele Klöster gemeinsam haben, ist der sogenannte Kreuzgang. In seiner ursprünglichen Form ist der Kreuzgang ein rechteckiger um den Kreuzgarten angelegter Gang. Er verbindet die Gemeinschaftsräume des Klosters miteinander: Kirche, Refektorium, Speisesaal, Kapitelsaal, Sakristei, Pforte. Der Kreuzgang kann für Prozessionen und für die persönliche Meditation genutzt werden. Es ist ein stiller Ort im Kloster. Oftmals ziert den Kreuzgarten ein Brunnen. Krypta (gr. ‚die Verborgene‘;), auch als Unterkirche bezeichnet. Kukulle (lat. cucullus „Tüte“, in übertragener Bedeutung „Kapuze“). Die Kukulle ist ein weiter Mantel in Kreuzform, der als Teil des Habits zum Chorgebet getragen wird. Der Mönch bekommt die Kukulle am Tag seiner feierlichen Profess, wenn er sich also für sein ganzes Leben an das Kloster bindet. Sie wird in den Sommermonaten von Pfingsten bis zum Fest Kreuzerhöhung am 14. September nicht getragen. Mit der Kukulle angekleidet wird auch ein verstorbener Mönch in den Sarg gebettet. Sie wird mitdem Chorbüchern im Kukullenschrank aufbewahrt.

L wie labora, d.h. arbeite. Mönche beten und arbeiten im wechselhaften Einklang. Viele Arbeitsbereich der Mönch kannst du hier unter anderen Stichworten entdecken – einige möchten wir dir aber hier hervorstellen. In der benediktinischen Regel bedeutete labora ursprünglich die manuelle Arbeit.  Manuelle Tätigkeit… da passt gut das Handwerk zu. Handwerker haben wir auch. In der Klosterschmiede und in der Klostertischlerei / Schreinerei.

Die Bäcker in der Bäckerei backen das täglich Brot. In der Konditorei werden Torten und Schokolade in „Handarbeit“ hergestellt.

In der Gaststätte und im Abteiladen arbeiten Mönche zusammen mit Mitarbeitenden.

Gartenarbeit gibt es auch im Klostergarten – Klosterberg.

Die Schafe werden von ihrem Schäfer betreut. m Sommer helfen dem Schäfer immer wieder Brüder und Gäste bei der Heuernte.

Die Klosterwurst entsteht in der Metzgerei. In der Klosterküche geht es hoch her – ebenso in der Spülküche.

In der Weberei werden Stoffe für liturgische Gewänder handgewebt. In der Paramentenschneiderei werden nicht nur liturgische Gewänder geschneidert, sondern auch der Habit der Mönche. In der Waschküche wird sich um die Wäsche der Mönche gekümmert.

Auf verschiedenen Märkten verkaufen wir unsere klösterlichen Produkte. Ein Einsatz auf so einem Klostermarkt macht viel Spaß. Im Kloster ist eben immer was los!

Selbstverständlich arbeiten wir auch in der Karateschule, als Musiker oder in der Seelsorge, im Gastbereich, in der Schule, in Klosterverwaltung oder in den Beratungsstellen.

Auch DU kannst im Kloster arbeiten bzw mitarbeiten. Wie? Ganz einfach: als Praktikant*in im Bereich „Jugend & Bildung“ in der OASE kannst Du ein kre-aktives Jahr voller toller Erfahrungen mit Blick in die Kloster.Welten erleben.

Laudes meint das klösterliche Morgengebet. Das Lesen ist für uns Mönche sehr wichtig. Der heilige Benedikt schreibt sogar in der Mönchsregel von den Zeiten der Lesung. Eine besondere Lesung ist die „lectio divina“. Hierbei handelt es sich um die geistliche Schriftlesung bzw. die Betrachtung und Meditation der Heiligen Schrift. Neben dem Gebet und der Arbeit ist die Lesung ein wichtiger Bestandteil des Klosterlebens.

Mit Liturgie (lat. „Gottesdienst“) bezeichnet man die christlichen und jüdischen Rituale zur Verehrung Gottes und zur Vertiefung des Glaubens in der Gemeinde. Liturgie ist die prägende Lebensmitte jeder Klostergemeinschaft, die sich in der Feier der Eucharistie und des gemeinsamen Stundengebetes entfaltet.

M wie Magister. Der Magister (lat. „Lehrer/ Novizenmeister“) ist der geistliche Begleiter der jungen Mönche, die sich in ihrer Berufung prüfen und auf die Profess vorbereiten (Postulanten, Novizen, Zeitliche Professen). Mit Mittagshore bezeichnet man das Mittagsgebet. Die Mittagshore fasst die Sext und die Non in eine Gebetszeit zusammen.

Missionsbenediktiner = Wie du schon unter dem Buchstaben K erfahren hast, gehören wir der Benediktinerkongregation von St. Ottilien an. Charakteristisch für unsere Kongregation ist die Verbindung der benediktinischen Lebensform mit dem Einsatz in der Mission bzw. heute auch dem Engagement für die jungen Kirchen vor allem in Afrika, Asien und Lateinamerika. Die Kongregation steht unter dem Titel (Patronat) des heiligsten Herzens Jesu.

Der Missionsprokurator verwaltet mit dem Cellerar die Spendengelder, die in die Mission fließen, überwacht die damit finanzierten Projekte und legt Rechenschaft über die Mittelverwendung ab.

Als Mönch (lat. monachus „Mönch“) bezeichnet man ein männliches Mitglied eines kontemplativen Ordens. Monastisch ist die Bezeichnung im Christentum für das Klosterleben. Das Monastische wird durch die Benediktsregel, die Konstitutionen und die jeweiligen Hausbräuche geregelt. Aus dem verwandten lat. Wort „monasterium“ leiten sich in vielen Sprachen die Bezeichnungen für Klöster und für bestimmte Kirchengebäude ab. So z.B. im Englischen „monastery“, im Französischen „monastère“ und im Deutschen „Münster.“

Auf dem Monte Cassino gründete der hl. Benedikt im Jahr 529 an der Stelle der früheren römischen Befestigungsanlage Casinum ein Kloster und verfasste dort die Benediktsregel.  Nursia ist der Geburtsort der hl. Benedikt. In Subiaco lebte der hl. Benedikt als Einsiedler in einer Höhle.

N wie Nonne. Eine Nonne ist ein weibliches Mitglied eines kontemplativen Ordens. Kirchenrechtlich sind Nonnen jedoch nur die in päpstlicher Klausur lebenden Angehörigen monastischer Orden. Als „Nonnen“ werden im Volksmund die Ordensschwestern bezeichnet. Eine Ordensschwester oder Ordensfrau ist aber ein weibliches Mitglied einer Ordensgemeinschaft. Die Ordensschwester weiht ihr Leben Gott und dem Dienst an den Menschen. Sie ist durch Gelübde oder Versprechen an Gott, die Kirche und ihre Gemeinschaft gebunden und dabei ihrer Oberin unterstellt.

Das Noviziat ist die Probe- und Einführungszeit von Novizen/Novizinnen (neue Ordensmitglieder), um die Berufung für das Ordensleben zu prüfen. Das Noviziat dauert zwischen ein und zwei Jahren. Mit der Novizatsaufnahme bekommt der bruder seinen Klosternamen.

O wie Oberer. Ein Oberer ist der Leiter einer Bruderschaft und somit der Vorsteher einer klösterlichen Gemeinschaft. Der Obere einer selbstständigen Abtei wird als Abt bzw. Äbtissin bezeichnet. Regelmässig treffen sich die Oberen (Äbte & Kongreationsrat) zm Austausch. Alle vier jahre findet das Generalkaptiel statt.

Oblaten oder auch Benediktineroblaten sind Christen, die nach der Regel des heiligen Benedikt von Nursia und in Verbindung zu einem bestimmten Benediktinerkloster leben, ohne Mitglied eines Konvents zu werden. In der Regel sind Klöster und Oblaten katholisch, doch gibt es auch evangelische Klöster nach der Benediktsregel (z.B. Communität Casteller Ring) sowie Protestanten, deren Oblaten katholischer Klöster sind. Der Begriff Oblate stammt aus dem Lateinischen und bedeutet Hingegebener oder Aufgeopferter. Die Oblation ist ein Akt, in dem der Oblate sein Leben Gott mit dem Vorsatz übergibt, mitten in der Welt im Geist und im Sinne einer Ordensregel zu leben. In einem eigens dafür vorgesehenen kirchlichen Ritus, dem Oblatenversprechen, stellen Benediktineroblaten ihr Leben in den Dienst Gottes und werden dadurch Mitglieder der klösterlichen Familie eines bestimmten Benediktinerklosters. Mit der Oblation verspricht der Oblate ein christliches Leben im Geist der Benediktsregel zu führen. In Königsmünster gibt es seit drei Jahren wieder die Möglichkeit der Oblation. Die hl. Odilia ist unsere Kongrgrationspatronen. Sie war Herzogstochter und wurde später Nonne. Als Kind kam sie blind auf die Welt. Bei ihrer taufe wurde sie sehend.

Ora et labora (lat.  „Bete und Arbeite“)! Ora et labora ist der Grundsatz, der sich auf den Lebensrhythmus von uns Benediktinern bezieht. Vollständig lautet der Grundsatz jedoch: „ora et labora et lege, Deus adest sine mora!“ – übersetzt: „Bete und arbeite und lies, Gott ist da ohne Verzug“. Es ist interessant, dass dieser Grundsatz das Leben in benediktinischen Klöstern zwar bestimmt, aber er in dieser Form in der Benediktsregel nicht enthalten ist. Ora et labora et lege“ (ist es eine gute Zusammenfassung der Regel), die den regelmäßigen Wechsel von Gebet und Arbeit und freier Zeit zur Lesung beschreibt. Bilder gibt es zu diesen drei Klosterworten keine, den letztlich gründen die Kloster.Welten auf diesem dreifach Fundament. Ein Orden ist eine Gemeinschaft von Brüdern und Schwestern, Mönchen und Nonnen, die auf Basis einer bestimmten Ordensregel und durch Ablegen des Ordensgelübdes an ein geistliches Leben gebunden sind.  O.S.B.; Ordensabkürzung für Ordnis Scanti Benedicti. vorsieht.

P wie PAX = Frieden. Das Kloster soll, nach der Regel des hl. Benedikt ein Ort des Friedens sein. Die Brüder schenken sich zur Begrüßung die PAX = den Friedensgruß. Die Pforte ist unser Haupteingang. Wer zu uns kommt, geht durch diese Pforte. Sie vermittelt zwischen dem Innen- und Außenbereich. Hier arbeitet Pförtner, dem der hl. Benedikt sogar ein eigenes Kapitel in der Regel widmet (RB 66).

Postulant. Der Anwärter für das Klosterleben wird Postulant genannt. Er lebt unverbindlich für ein halbes Jahr bis zur eventuellen Einkleidung und Aufnahme in das Noviziat in der Klostergemeinschaft mit. Der Prior ist der Stellvertreter des Abtes und unterstützt ihn in seinem Dienst. Auch dem Prior ist ein eigenes Kapitel in der Benediktsregel (RB 65) gewidmet. Neben dem Prior gibt es noch in großen Gemeinschaft den Subprior. Abt, Prior und Subprior bilden das Leitungsteam des Klosters.

Mit Profess (lat. „Bekenntnis“) bezeichnet man die Bindung an eine kontemplative Gemeinschaft durch die drei monastischen Gelübde der Beständigkeit (Stabilitas), des klösterlichen Lebenswandels (Conversatio morum) und des Gehorsams (Oboedientia). Nach dem Noviziat legt der Novize zunächst die Gelübde für drei Jahre, die sogenannte zeitliche Profess ab. In Königsmünster wird die zeitliche Profess erst auf ein Jahr und danach nochmal auf zwei Jahre abgelegt. Anschließend bindet er sich auf Lebenszeit an die Gemeinschaft in der feierlichen Profess.

Q wie Quadrum. Als Quadrum wird in Klöstern der viereckige Platz zwischen den Gebäuden bezeichnet. Oft wird er als Garten genutzt.

R wie Refektorium, aus dem lat. von refectio „Wiederherstellung“, „Erfrischung“. Das Refektorium ist der Speisesaal des Klosters. In Königsmünster haben wir ein freies Frühstück in der Zeit von 6 – 8.30 Uhr. Das Mittagessen nehmen wir schweigend bei Tischlesung um 12.30 Uhr ein. In der Zeit von 14 – 16 Uhr steht der Nachmittagskaffee im Refektorium bereit. Unser Abendessen findet um 18.45 Uhr im Schweigen mit Tischlesung statt. Die Pflege des Refektoriums und das Eindecken des Tisches liegt im Aufgabenbereich des Refektorias.

Rekreation ist die Zeit der Erholung. In vielen Klöstern treffen sich die Mönche am Abend zur Rekreationsstunde, wo jeder von seinem Alltag berichten kann. Der Raum, in dem man sich trifft heißt auch Rekreation.

S wie Sakramente, (aus dem lat. sacramentum „Zeichen des Heils“). In den Sakramenten ist Jesus Christus selbst gegenwärtig und wirkt durch seine Kirche. Es gibt sieben Sakramente: Taufe, Firmung, Eucharistie nehmen den Menschen in die Gemeinschaft der Gläubigen auf; Ehe und Weihe (Diakon-, Priester- und Bischofsweihe) stärken die Empfänger für ihren Ehebund bzw. für ihren Dienst in der Kirche; Beichte und Krankensalbung sind die Sakramente der Heilung. Ein Mönch kann nach entsprechender Ausbildung die Diakon- oder Priesterweihe empfangen, aber auch wie unser Abt Dominicus die Bischofsweihe.

Die Sakristei als Vorraum der Kirche steht den Priestern zur Vorbereitung des Gottesdienstes zur Verfügung.

Die Schule (Gymnasium) ist der Gründungsauftrag unseres Klosters aus dem Jahr 1928. Viele Klöster haben Schulen – schon seit dem Mittelalter haben Klöster Wissen weitergegeben.

Silentium aus dem lat. für „Schweigen“, ist eine festgelegte Zeit des Stillschweigens, in der dem einzelnen Mönch ein Raum der lebendigen und persönlichen Begegnung mit Gott ermöglicht wird. Ein Skapulier (v. lat. Skapulier Schultern) ist ein langes Stück Tuch, das als Überwurf über den Schultern getragen wird und Vorder- und Rückseite des Körpers bis fast zum Boden bedeckt. Heute ist das Skapulier Teil der Ordenstracht verschiedener Orden. Ursprünglich war es wohl eine Arbeitsschürze. Im Sprechzimmer empfängt der Mönch seine persönlichen Gäste.

Die Statio ist ein Teil des Kreuzganges und dient als Ort der Sammlung und des Schweigens, an dem sich die Gemeinschaft zum Einzug in den Chor versammelt. Das Stundengebet! Das Stundengebet bezieht sich auf das Apostelwort „Bete ohne Unterlass“ und auf das Psalmwort „Siebenmal am Tag singe ich Dein Lob und nachts stehe ich auf, um Dich zu preisen“. Der heilige Benedikt teilt das tägliche Stundengebet in Horen (lat. Hora „Stunde“) ein: Die erste Hore nennt man Vigilien, sie ist das ursprüngliche Nachtgebet der Mönche und findet heute in der Regel am Morgen statt vor hohen Festtagen singen wir die feierliche Vigil. Die Laudes sind das Morgengebet zwischen 5:30 und 8:00 Uhr. In Königismünster ist sie mit den Vigilien in der Morgenhore zusammengefasst und wird um 6.30 Uhr gebetet. Die kleinen Horen wurden ursprünglich im Abstand von drei Stunden (6:00, 9:00, 12:00 und 15:00) gebetet. Diese kleinen Horen sind die Prim, die heute in der Regel in Einheit mit den Laudes gebetet wird. Die Terz, die wir am Sonntag als Statiohore im Kapitelsaal beten. Sext und Non sind heute zu einer Mittagshore zusammengefasst und werden um 12.15 Uhr gebetet. Die Vesper ist das Abendgebet der Kirche und wird vor dem Abendessen gebetet, zwischen 17:00 und 18:00 Uhr, gebetet. Bei uns in Königsmünster etwas später, da wir um 17.45 das Konventamt (Eucharistiefeier) feiern. Die Vesper schließt sich dem Konventamt an. Die Komplet ist die letzte Hore des Tages, die zwischen 19:30 und 21:00 Uhr gebetet wird. Danach setzt das nächtliche Schweigen ein, das nur durch die Vigilien unterbrochen wird.

Studientage oder Unterricht – die jungen Brüder im Juniorat (Postulanten, Novizen, zeitliche Professen) erhalten Untericht – Studientage – Werkwoche, um in das klösterliche Leben unterwiesen zu werden und im klösterlicher Kultur gebildet zu werden. Schwerpunkte: Einweisung in die Benediktusregel oder Gesangsunterricht aber auch Psalmenkunde. Besonders sind immer die Studientage, die mit jungen Brüdern aus all usneren deutschsprachigen Klöstern stattfinden.

T wie Thuriferar  (von griech. θύος thýos „Räucherwerk, Rauchopfer“, lat. tu, auch thus, „Weihrauch“ und ferre „tragen“) ist in der klösterlichen Liturgie ein Mönch, der ein mit Weihrauch und Kohle gefülltes Rauchfass trägt.

Tischdiener tragen bei den Mahlzeiten die Speisen auf. Der Tischleser liest während der Mahlzeit aus einem Buch vor. Die Tunika ist im Mönchtum das Grundgewand der Ordenskleidung, das sich aus dem Alltagsgewand des antiken Rom entwickelt hat. Die Tunika wird mit einem Cingulum gebunden.

U wie Urlaub. Ja, auch Mönche machen Urlaub außerhalb des Klosters.

V wie Vesper und Vigilien, die wurden zuvor unter dem Stichwort Stundengebet ausführlich erklärt.

W wie Wahlbitte (lat. Postulation) kann geäußert werden, wenn der Wahl eines Kandidaten für ein Amt ein kirchenrechtliches Hindernis entgegensteht, von dem Dispens (Befreiung) erteilt werden kann und üblicherweise auch wird. X und P gleich XP! Ein XP findet man u.a. auch auf den Nummernschildern eines jeden Fahrzeuges des klösterlichen Fuhrparks der Abtei Königsmünster. Aber XP steht für das Christusmonogramm, auch Chi-Rho oder Konstantinisches Kreuz genannt, früher auch Christogramm, nach dem Kreuz und dem Fisch das am häufigsten verwendete Symbol für Jesus Christus. Y wie Ysop. Ysop ist eine Heil- und Reinigungspflanze, die im Stundengebet im Psalm 50 im Vers 7 vorkommt: „Entsündige mich mit Ysop, und ich werde rein sein; wasche mich, und ich werde weißer sein als Schnee.“ Z wie Zelle, aus dem lat. cella „Raum“. Die Zelle ist der Gebets- und Schlafraum der Mönche. Die Zelle ist der bevorzugte Ort des mönchischen Alleinseins. Der Mönch liebt sie als Stätte, in der er unter den Augen Gottes bei sich selbst zu Hause sein kann.

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Fotorechte: (c) Abtei Königsmünster Meschede sowie Br. Benedikt Müller OSB