FSJ, Bundesfreiwilligendienst oder soziales Vorpraktikum, alle drei sind großartige Möglichkeiten, die Welt und sich nach der Schule ein bisschen besser kennenzulernen. Im Frühjahr 2020 entscheide ich mich für letzteres: ein Jahrespraktikum in der Oase.

Die Einrichtung kannte ich bereits durch die Besinnungstage und von Kursen der Oberstufenakademie. Von Geschichten ehemaliger Praktikanten in Neugierde versetzt, bewerbe ich mich beim Koordinator für Jugend und Bildung und wage den Sprung ins kalte Wasser ohne großartige, pädagogische Vorerfahrung.

Das stellt sich allerdings nicht als Hindernis heraus, denn das Team um Bruder Benedikt Müller OSB eröffnet mir kompetent die Arbeitswelt der Oase. Schritt für Schritt lerne ich, solange es ohne Pandemie möglich ist, wie Gruppenstunden konzipiert und durchgeführt werden und worauf es bei der Arbeit in einer Jugendbildungsstätte ankommt. Schnell werden Eigeninitiative und Selbstständigkeit von mir gefordert, denn zahlreiche Aufgaben gibt es für uns alle. Diese reichen vom Anleiten von Gruppenaufgaben, über die Unterstützung des Service-Teams bis hin zur Vorbereitung von Licht & Klang.

An Aufgaben mangelt es uns generell nicht, auch dann nicht, als die Oase wegen der Pandemie vorübergehend geschlossen wird. Diese Zeit füllen wir, in dem wir Onlinekurse und –foren anbieten, konzeptioneller und thematischer Arbeit nachgehen, die wir mit lustigen Teamabenden verknüpfen, und mit hausmeisterlichen Tätigkeiten. Wenn du also bald durch die Flure der Oase wandern solltest, wird sie dich mit strahlend weißen Wänden begrüßen, die wir in der Pandemie gestrichen haben.

Mit „Wir“ meine ich übrigens das Team 2020/21. Das sind Kjell-Bo, Jan, Lucas, Thomas und ich. Die ersten drei genannten sind im Sommer 2021 ausgebildete Erzieher, die ihr Anerkennungsjahr in der Oase gemacht haben. Sie tragen, gemeinsam mit Benedikt, vor allem das Fachliche in die Kurse. Thomas ist wie ich ein Vorpraktikant, der das Jahr in der Oase als Orientierung für seine Zukunft nutzt. Wir fünf wohnen gemeinsam in einer WG am Klosterberg. Das bedeutet, dass ich vorübergehend von zu Hause ausgezogen bin. Ein weiterer Schritt in Richtung Freiheit!

Rückblickend habe ich unter der Anleitung von Bruder Benedikt in diesem Jahr viele neue Erfahrungen sammeln können. Wie eine aufblühende Knospe, konnte ich den Stress aus dem Abitur abstreifen und mich frei orientieren. Die neuen Lebensumstände, der Umzug in eine bunt zusammengewürfelte WG und die Arbeit im Team haben mich inspiriert und mutiger gemacht. Selbst das Ausharren und Bangen während der Pandemie, als wir nicht wussten, ob die Oase öffnen oder schließen sollte, haben mich Wichtiges gelehrt. In diesem Fall den Umgang mit Enttäuschung, Stress, aber auch Teamfähigkeit und Zusammenhalt. Im Großen und Ganzen bin ich zufrieden mit der Entscheidung, das Jahr in der Oase begonnen zu haben. Es gibt viel zu tun und mit dem Team ist es oft lustig. Auch weiß ich durch die vielen Eindrücke nun, was ich studieren möchte und habe ein Stück meines Herzens an die Oase verloren.

(Lucia Geringswald – Jahrespraktikantin 2020 / 2021)

 

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